Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Besondere Ausgleichsregelung

Durch die Besondere Ausgleichsregelung kann ein stromkostenintensives Unternehmen bzw. ein Schienenbahnunternehmen nach den §§ 63 ff. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen einen Antrag auf Begrenzung (Reduktion) der EEG-Umlage stellen.

Strommast auf grüner Wiese Quelle: © Fotolia.com/rcfotostock

Hinweis

Die Merkblätter stromkostenintensive Unternehmen 2017 und Schienenbahnen 2017 wurden unter Publikationen veröffentlicht.

Neuerungen im Antragsverfahren 2017

Bitte beachten Sie die Änderungen durch das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene EEG 2017. Dieses beinhaltet folgende wesentliche Neuregelungen:

  • Der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen erstreckt sich nunmehr auch auf Einzelkaufleute. Der Nachweis der Antragsvoraussetzungen muss auch in diesem Fall auf der Grundlage von geprüften Jahresabschlüssen für die jeweils heranzuziehenden letzten abgeschlossenen Geschäftsjahre erfolgen. Dies gilt auch für nach dem Handelsgesetzbuch nicht prüfungspflichtige Unternehmen. Ohne die jeweils erforderlichen geprüften Jahresabschlüsse ist eine positive Bescheidung nicht möglich. 
  • Für Unternehmen der Liste 1 mit einer Stromkostenintensität von mindestens 14 % und kleiner 17 % ist eine Begrenzung auf 20 % der EEG-Umlage möglich.
  • Die Definitionen der „Umwandlung“ und „Neugründung“ wurden modifiziert.

Bitte beachten Sie zudem:

  • Zum 1. Januar 2017 sind Änderungen zur EEG-Umlagepflicht für Eigenversorgungsanlagen in Kraft getreten (Gesetz zur Änderung der Bestimmungen zur Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung und zur Eigenversorgung vom 22.10.2016; BGBl. I 2016, Seite 3106).
  • Wesentlich modernisierte Bestandsanlagen unterliegen demnach einer EEG-Umlagepflicht in Höhe von 20 %.
  • Die betreffenden EEG-umlagepflichtigen Stromverbrauchsmengen können gegebenenfalls nach der Besonderen Ausgleichsregelung begrenzt werden.

Weitere Details zu allen Neuerungen der Besonderen Ausgleichsregelung werden zeitnah auf unserer Homepage veröffentlicht.

Zum Verfahren

Antragsberechtigung

Antragsberechtigt im Antragsjahr 2017 sind:

  • Stromkostenintensive Unternehmen der Listen 1 und 2 der Anlage 4 zu § 64 EEG 2017 und selbständige Teile von Unternehmen der Liste 1 der Anlage 4 zu § 64 EEG 2017 sowie
  • gemäß den sogenannten Übergangs- bzw. Härtefallregelungen nach § 103 Absatz 4 EEG 2017 auch Unternehmen, die für das Begrenzungsjahr 2014 einen rechtsgültigen Bescheid erhalten haben, aber die gesetzlich geforderten Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, weil sie keiner begünstigten Branche nach Liste 1 oder 2 angehören oder als Liste 2-Unternehmen die Stromkostenintensität von 20 % nicht erreichen und
  • Schienenbahnen (Begriff der Schienenbahnen siehe § 3 Nummer 40 EEG 2017, Anspruchsvoraussetzungen siehe § 65 Absatz 1 EEG 2017, Sonderregelung siehe § 65 Absatz  3 bzw. Absatz 4 EEG 2017).

Nach § 3 Nummer 47 EEG 2017 erstreckt sich der Kreis der Antragsberechtigten nunmehr auch auf Einzelkaufleute.

Der Nachweis der Antragsvoraussetzungen muss in jedem Fall auf der Grundlage von handelsrechtlich geprüften Jahresabschlüssen für die jeweils heranzuziehenden letzten abgeschlossenen Geschäftsjahre erfolgen. Dies gilt auch für nach dem Handelsgesetzbuch nicht prüfungspflichtige Unternehmen. Ohne die jeweils erforderlichen geprüften Jahresabschlüsse ist eine positive Bescheidung nicht möglich.

Bitte beachten Sie, dass für Neugründungen/Umstrukturierungen und Umwandlungen Sonderregelungen gelten.

Bitte beachten Sie, dass ein  Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Nummer 2.2 der Leitlinien der Europäischen Kommission für die Rettung und Umstrukturierung nicht-finanzieller Unternehmen in Schwierigkeiten keinen Bescheid über die Begrenzung der EEG-Umlage erhalten darf.

Einzelheiten entnehmen Sie bitte unseren Merkblättern, dem Gesetz sowie der Gesetzesbegründung. Weitere Informationen finden Sie unten unter „Informationen zum Thema“ sowie unter „Häufige Fragen“.

Antragsvorausssetzung

Im Folgenden finden Sie eine Kurzübersicht der Antragsvoraussetzungen im Antragsjahr 2017; Nachweiszeitraum sind hierbei in der Regel die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre:

  • EEG-umlagepflichtiger Stromverbrauch an der Abnahmestelle mehr als 1 GWh
    (siehe hierzu „Merkblatt Stromkostenintensive Unternehmen“, Durchschnittsstrompreis-Verordnung und dazugehöriges „Hinweisblatt“); Unternehmen, die nur knapp über dieser Schwelle liegen, sollten die Kosten, die im Zusammenhang mit der Antragstellung entstehen, z. B.  für den Prüfungsvermerk des Wirtschaftsprüfers und die Gebührenverordnung, beachten!
  • Stromkostenintensität
    (Stromkostenintensität = Verhältnis der für das Unternehmen maßgeblichen Stromkosten zur Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten ohne Abzug von Kosten für Leiharbeitnehmer nach der Definition des Statistischen Bundesamtes) je nach Listenzugehörigkeit des Unternehmens  (nach Anlage 4 zu § 64 EEG 2014):
    • Im Antragsjahr 2017 – Liste 1: Stromkostenintensität mindestens 14 %*
    • Im Antragsjahr 2017 – Liste 2: Stromkostenintensität mindestens 20 %*
  • Zertifizierung des Energie- oder Umweltmanagementsystems nunmehr Pflicht für alle Antragsteller (Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs)
  • Abweichende Regelungen für Schienenbahnen (siehe hierzu „Merkblatt für Schienenbahnen“)

(* Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Begrenzungswirkungen.)

Mit dem neu hinzugekommenen § 64 Absatz 5a EEG 2017 können Unternehmen, die die oben genannten Stromkostenintensitäten wegen ihrer nicht umlagepflichtigen Strommengen nicht erreichen, bei der Ermittlung der maßgeblichen Stromkosten auch die nicht umlagepflichtigen selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strommengen berücksichtigen.

Einzelheiten entnehmen Sie bitte unseren Merkblättern, dem Gesetz sowie der Gesetzesbegründung. Weitere Informationen finden Sie unten unter „Informationen zum Thema“ sowie unter „Häufige Fragen“.

Antragsfrist

Die Frist zur Einreichung Ihres Antrages endet im Antragsjahr 2017…

  • am Freitag, den 30. Juni 2017 (gesetzliche Ausschlussfrist).
  • bei neu gegründeten Unternehmen im Sinne des § 64 Absatz 4 EEG 2017 endet sie am Montag, den 2. Oktober 2017 (gesetzliche Ausschlussfrist).

Weitere Informationen finden Sie unten unter „Informationen zum Thema“ sowie unter „Häufige Fragen“.

Antragsverfahren mit ELAN-K2

Seit dem Antragsjahr 2015 müssen Sie Ihren Antrag elektronisch über das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingerichtete Online-Portal ELAN-K2 stellen (siehe EEG 2014, § 66 Absatz 2 Satz 1). Das Online-Portal ELAN-K2 (siehe unten) beruht auf dem Konzept der Benutzer-Selbstverwaltung. Um an diesem Verfahren zur Nutzung des Online-Portals des BAFA teilnehmen zu können, müssen Sie zunächst an einem Registrierungsprozess teilnehmen. Beachten Sie bitte die entsprechende Anleitung ELAN-K2 – Ergänzende Erläuterungen zu Registrierung und Antragstellung (PDF, 11MB, Datei ist nicht barrierefrei).

Einzelheiten entnehmen Sie bitte unseren Merkblättern, dem Gesetz sowie der Gesetzesbegründung. Weitere Informationen finden Sie unten unter „Informationen zum Thema“ sowie unter „Häufige Fragen“.

Wie geht es nach der Antragstellung weiter?

Die Begrenzungsentscheidung wird zu einem einheitlichen Termin, in der Regel Ende Dezember des Antragsjahrs, versandt.

Mitte Oktober 2017 veröffentlichen die Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für das Kalenderjahr 2018.

Ende Februar 2018 veröffentlicht das BAFA die Tabelle „Durchschnittliche Strompreise 2018“.

Im Frühjahr 2018 veröffentlicht das BAFA die Statistik „Durch die Besondere Ausgleichsregelung begünstigte Abnahmestellen“.

Einzelheiten entnehmen Sie bitte unseren Merkblättern, dem Gesetz sowie der Gesetzesbegründung. Weitere Informationen finden Sie unten unter „Informationen zum Thema“ sowie unter „Häufige Fragen“.

Häufige Fragen

Allgemeine Fragen

Welche Regelungen gibt es im Antragsjahr 2016 in Bezug auf die Zertifizierung bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes?

Jedes Unternehmen, das einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage nach den §§ 63 ff. EEG 2014 stellt, muss ein System zur Verbesserung seiner Energieeffizienz betreiben. Diese Voraussetzung müssen Sie gemäß § 64 Absatz 3 Nummer 2 EEG 2014 durch ein gültiges DIN EN ISO 50001-Zertifikat, einen gültigen Eintragungs- oder Verlängerungsbescheid der EMAS-Registrierungsstelle über die Eintragung in das EMAS-Register oder einen gültigen Nachweis des Betriebs eines alternativen Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz nachweisen; die Möglichkeit des gültigen Nachweises des Betriebs eines alternativen Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz gilt gemäß § 64 Absatz 1 Nummer 3 EEG 2014 allerdings nur für Unternehmen mit einem Stromverbrauch von unter 5 GWh im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr.

Ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz ist danach eines gemäß § 3 Nummer 1 und Nummer 2 der Spitzenausgleich-Effizienzverordnung.

Was bedeutet eine negative Bruttowertschöpfung?

Eine negative Bruttowertschöpfung bedeutet, dass ein Unternehmen in der Regel sehr stromkostenintensiv ist, mit der Folge, dass es eine der gesetzlich  geforderten Voraussetzungen erfüllt hat, in diesem Fall die Relation Stromkosten zur Bruttowertschöpfung.

Wer ist für die Vollständigkeit des Antrags verantwortlich?

Die alleinige Verantwortung für die Organisation der Antragvorbereitung und die rechtzeitige und ordnungsgemäße Antragstellung liegt beim Unternehmen und seinen Organen. Das Unternehmen kann sich nicht auf Versäumnisse, Krankheit oder Ähnliches einzelner Mitarbeiter berufen, da es die Organisation der ordnungsgemäßen und fristgerechten Antragstellung sicherstellen muss. Die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Antragstellung ist Chefsache.

Telefonische Auskünfte bezüglich des vollständigen Eingangs der Antragsunterlagen können wir leider nicht erteilen.

Die Antragsbearbeitung erfolgt grundsätzlich nach der Reihenfolge des Antragseingangs.

Was muss ich bei der Wahrung einer Frist beachten?

Die Frist zur Einreichung Ihres Antrages endet am 30. Juni 2016 (gesetzliche Ausschlussfrist); bei neu gegründeten Unternehmen im Sinne des § 64 Absatz 4 EEG 2014  endet sie am 30. September 2016 (gesetzliche Ausschlussfrist).

Welche Antragsunterlagen müssen bis zur gesetzlichen Ausschlussfrist beim BAFA vorliegen?

Jeweils für den Nachweiszeitraum: Prüfungsvermerk Ihres Wirtschaftsprüfers mit sämtlichen Pflichtangaben sowie die Zertifizierungsunterlagen (Nachweis der Zertifizierung). Näheres entnehmen Sie bitte dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 vom 21. Juli 2014, unseren Merkblättern für stromkostenintensive Unternehmen und für Schienenbahnen sowie den ergänzenden Hinweisen zur Antragstellung (unter „Informationen zum Thema“).

Den Jahresabschluss inklusive Prüfbericht können Sie nachreichen.

Sämtliche den Nachweiszeitraum betreffenden Antragsunterlagen müssen Sie in jedem Antragsjahr erneut übermitteln. Es genügt nicht,  in der Bescheinigung/im Prüfungsvermerk Ihres Wirtschaftsprüfers auf Daten bzw. Unterlagen aus den Vorjahren hinzuweisen  (z. B. Feststellungen des Wirtschaftsprüfers aus dem Prüfungsvermerk des  Vorjahres, Anlagen zu Prüfungsvermerken aus Vorjahren, etc.).

Wie kann ich die Unterlagen fristwahrend einreichen?

Der Antrag muss elektronisch über das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingerichtete Online-Portal ELAN-K2 gestellt werden.

Ich habe Fragen zu der Besondere-Ausgleichsregelung-Durchschnittstrompreis-Verordnung, zu den maßgeblichen und durchschnittlichen Strompreisen, Vollbenutzungsstunden und weiteren Themen aus diesem Themenkomplex. Wo finde ich Antworten zu diesen Themen?

Häufig gestellte Fragen zur Besondere-Ausgleichsregelung-Durchschnittstrompreis-Verordnung sowie zu den maßgeblichen Stromkosten finden Sie in unserem „Hinweisblatt durchschnittliche Strompreise Antragsverfahren 2016“ (Punkt 5).

In welchen Fällen muss für einen selbständigen Unternehmensteil ein eigenständiger Jahresabschluss erstellt werden?

Für selbständige Unternehmensteile müssen Sie ab dem Antragsjahr 2014 in jedem Fall einen Jahresabschluss erstellen. Näheres entnehmen Sie bitte dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 vom 21. Juli 2014, dem „Merkblatt für stromkostenintensive Unternehmen 2016“ sowie den Hinweisen zur Antragstellung (unter „Informationen zum Thema“).

Welche Besonderheiten sind bei der Ermittlung der Bruttowertschöpfung zur Faktorkosten (abzüglich der Personalkosten für Leiharbeitnehmer) selbständiger Unternehmensteile zu beachten?

Aufwendungen und Erlöse, die aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit externen Dritten entstanden sind, d. h. beispielsweise auch mit anderen Rechtsträgern desselben Konzerns, sind bei der Ermittlung der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten nach der Definition gemäß Ermittlung der Bruttowertschöpfung 2007 (Destatis) (PDF, 328KB, Datei ist nicht barrierefrei) („Ermittlung der Bruttowertschöpfung 2007“) zu berücksichtigen. Aufwendungen (Vorleistungen) können dabei allerdings nur insoweit berücksichtigt werden, als sie mit diesen externen Erlösen des selbständigen Unternehmensteils korrespondieren. Gleiches gilt für die maßgeblichen Stromkosten des selbständigen Unternehmensteils. Fallen also Stromkosten auf interne und externe Umsatzerlöse an, sind nur diejenige Anteile der maßgeblichen Stromkosten anzusetzen, die auf die externen Umsatzerlöse entfallen.

Müssen Schienenbahnen eine Zertifizierung vorlegen?

Nein, das Zertifizierungserfordernis gilt nicht für Schienenbahnen.

Haben sich die Antragsvoraussetzungen für Schienenbahnen in Bezug auf den Stromverbrauch geändert? (Bei Anträgen für Unternehmen des produzierenden Gewerbes wurde der Strombezug im Zuge der EEG Novelle 2012 von 10 auf 1 GWh gesenkt)

Schienenbahnen müssen ab dem Antragsjahr 2014 eine unmittelbar für den Fahrbetrieb im Schienenbahnverkehr verbrauchte Strommenge (§ 65 Absatz 1 EEG 2014) von mindestens 2 GWh nachweisen. Ab dem Antragsjahr 2015 können in den Sonderfällen nach § 65 Absatz 3 und 4 EEG 2014 bei der Antragstellung von neuen Schienenbahnen prognostizierte Strommengen zugrunde gelegt werden.

Welche Besonderheiten sind bei den Schienenbahnen in Bezug auf die Stromlieferverträge zu beachten?

Da bei Schienenbahnen die Summe aller Verbrauchsstellen, an denen Strom unmittelbar für den Fahrbetrieb im Schienenbahnverkehr verbraucht wird (§ 65 Absatz 1 EEG 2014), als eine Abnahmestelle zu qualifizieren ist, müssen Sie sämtliche Stromlieferungsverträge für jede einzelne Verbrauchsstelle einreichen. Diese Verträge müssen den Nachweiszeitraum abdecken. Bei Schienenbahnen müssen Sie Netznutzungsverträge und Netznutzungsrechnungen nicht im Online-Portal ELAN-K2 anlegen bzw. hochladen, da für Schienenbahnen lediglich die Strommengen für die Antragstellung nachgewiesen werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass diese Regelung nicht für die Sonderreglung „prognostizierte Strommengen“ nach § 65 Absatz 3 bzw. 4 EEG 2014 gilt.

Welche Besonderheiten sind bei den Schienenbahnen in Bezug auf die Stromrechnungen für den Nachweiszeitraum zu beachten?

Analog zu den Stromlieferungsverträgen müssen Sie sämtliche Stromrechnungen für alle Verbrauchsstellen, an denen bezogener Strom unmittelbar für den Fahrbetrieb im Schienenbahnverkehr verbraucht wurde (§ 65 Absatz 1 EEG 2014), einreichen. Zur Vereinfachung des Antragsverfahrens für die Antragsteller und das BAFA reichen Sie bitte idealerweise die Rechnungen in Form von Quartals- oder Jahresrechnungen ein, wenn darin die entsprechenden Informationen aus den Einzelrechnungen enthalten sind.

Fahrstrom

Um Fahrstrom handelt es sich bei folgenden Strommengen, die von der Steuerermäßigung nach § 9 Absatz 2 Stromsteuergesetz (StromStG) (und § 13 Stromsteuer-Durchführungsverordnung (StromStV)) erfasst sind:

Verbrauch zum Antrieb der Fahrzeuge und zum Betrieb ihrer sonstigen elektrischen Anlagen

  •  Fahr- bzw. Traktionsstrom (zum Beispiel auch für Rangier-, Reparatur-, Test- und   Ausbildungsfahrten)
  •  Zugbeleuchtung, Heizung, Klimatisierung, Bordküchen, Steckdosen für Fahrgäste, Zugfunk usw.

soweit sich die Anlagen in den Fahrzeugen befinden.

Verbrauch für die Zugbildung und Zugvorbereitung

  •  Betriebs- und Rangieranlagen für die Zugbildung (Drehscheiben, Schiebebühnen,  Ablaufbremsen usw.)
  •  Gleisfeldbeleuchtung im Rangierbereich
  •  Zugvorheizung

Verbrauch für die Bereitstellung und Sicherheit der Fahrtrasse und Fahrwege

  • Betriebsleit- und Rangieranlagen
  • Stellwerke
  • Signalanlagen
  • Sicherungseinrichtungen (Achszähler, Heißlaufüberwachung usw.)
  • Weichenbetrieb (Motor, Heizung, Verriegelung usw.)
  • Betriebs- und Zugfunk
  • Tunnelbeleuchtung und -belüftung
  • Bahnübergänge, Bahnübergangssicherung
  • Bahnsteig- und Haltestellenbeleuchtung (unmittelbare Beleuchtung nur der Bahnsteige und Haltestellen)
Kein Fahrstrom

Nicht um Fahrstrom handelt es sich, wenn die Voraussetzungen für eine Steuerermäßigung insbesondere bei den folgenden Strommengen nicht vorliegen:

  • Werkstätten (Reparatur, Wartung, Instandhaltung usw.)
  • Verwaltungs-/Bürobereich der Verkehrsunternehmen
  • Zugreinigungsanlagen
  • Betrieb von Bahnhöfen (allgemeine Bahnhofsbeleuchtung, Geschäfte, Verkaufsstände, Kundenbüros, Serviceeinrichtungen, Fahrscheinautomaten, Werbebeleuchtungen usw.)
  • Zugangsbereiche (Beleuchtung von Zugangswegen, Fußgängertunneln und Fußgängerbrücken, Rolltreppen usw.)

Das antragstellende Schienenbahnunternehmen hat neben dem Stromverbrauch für den Fahrbetrieb auch den gesamten an der Abnahmestelle bezogenen und davon selbst verbrauchten Strom anzugeben. Der Antragsteller hat ferner dafür Sorge zu tragen, dass die im Antrag benannten Strommengen nachweislich dem Fahrbetrieb zugerechnet werden können und dies anhand geeigneter Unterlagen zu belegen.

Für die Erfüllung der erforderlichen Fahrstrommenge gemäß § 65 Absatz 1 EEG 2014 sind sowohl die Fahrstrommengen, die der Regelverantwortung von Übertragungsnetzbetreibern unterliegen, als auch die nicht der Regelverantwortung von Übertragungsnetzbetreibern unterliegenden Fahrstrommengen aus eigens für die Versorgung von Schienenbahnen betriebenen Kraftwerken (Bahnkraftwerksstrom) anzusetzen.

Wann ist die gesetzliche Ausschlussfrist für Anträge von Schienenbahn auf Prognosedaten gemäß § 65 Absatz 3 und 4 EEG 2014?

Die gesetzliche Ausschlussfrist für die vollständige Antragstellung von Schienenbahnunternehmen auf der Basis von Prognosedaten gemäß § 65 Absatz 3 und 4 EEG 2014 ist jeweils der 30. September eines jeden Jahres.

Technische Fragen zum ELAN-K2 Online-Portal

Ist es möglich meinen Antrag nach Absenden im Online-Portal ELAN-K2 noch zu ändern?

Nein, es ist nicht möglich, Ihren Antrag nach Absendung noch zu ändern. Bitte warten Sie deshalb mit dem Einreichen Ihres Antrages, bis Sie Ihre Daten mit Ihrem Wirtschaftsprüfer abgestimmt haben und verwenden Sie – um Rückfragen zu vermeiden – keine Schätzwerte.

Nach Einreichen Ihres Antrags können Sie uns erläuternde Unterlagen und Nachweise als Anlagen unter „Neuer Antrag“, „Antrag Details“, „weiteres Dokument hochladen“ zur Verfügung stellen.

Bitte beachten Sie hierbei unbedingt die vorgegebenen Fristen!

Kann ich meine hochgeladenen Dokumente nach Absenden im Online-Portal ELAN-K2 noch einsehen?

Ja, mit dem Hochladen werden Ihre Dokumente direkt in unserem Dokumentenmanagementsystem abgelegt; gleichzeitig bleiben Ihre Unterlagen noch für zehn Tage auf dem Portal stehen. Nach Ablauf dieser Frist finden Sie für jedes Dokument jeweils einen Link, mit dem Sie sich bei Bedarf Ihre Unterlagen - wiederum für zehn Tage - auf dem Portal bereitstellen lassen können.

Wann ist eine Registrierung im Online-Portal ELAN-K2 erforderlich?

Eine Registrierung ist nur einmalig pro Antragsteller erforderlich. Danach können Sie mit den Anmeldedaten immer wieder weiterarbeiten und jedes Jahr einen neuen Antrag stellen.

Welche Besonderheiten sind bei der Registrierung eines selbständigen Unternehmensteils zu beachten?

Jeder einzelne „selbständige Unternehmensteil“ ist einmal zu registrieren. Zwecks besserer Übersicht empfehlen wir Ihnen insbesondere bei mehreren Unternehmensteilen, im Anschriftenfeld eine Unterscheidung in Form eines „selbständigen Unternehmensteils-Namens“ vorzunehmen, zum Beispiel durch den Zusatz von  „Werk …“ oder „Business Unit …“.

Was muss ich tun, wenn ich mein Passwort vergessen habe?

Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an eeg.ausgleich@bafa.bund.de. Wir werden Ihnen ein neues Passwort an die im Online-Portal ELAN-K2 hinterlegte E-Mail-Adresse des Ansprechpartners senden. Sollte dies in Ihrem Fall nicht möglich sein, nehmen Sie bitte Kontakt mit unserer Hotline 06196 908-1666 auf.

Wie muss ich beim Feld „Sicherheitscode“/„Captcha“ vorgehen?

Im Feld „Sicherheitscode“ finden Sie übergeordnet ein Feld, in dem ein Code generiert wird, der aus fünf Zeichen (Ziffern oder Kleinbuchstaben) besteht. Diesen müssen Sie unter „Sicherheitscode“ eingeben. Sollten Sie die Zeichen nicht lesen können, können Sie durch einen Klick auf das „Captcha“ eine neue Kombination erzeugen.

Worauf muss ich bei der Eingabe der Stromrechnungen achten?

Bitte geben Sie Ihre Stromabrechnungsperioden direkt im Portal ein.

Bei den üblichen Monatsabrechnungen tragen Sie jeweils zwölf Werte für „Netzentgelte“, „gezahlte EEG-Umlage“, „Netto-Rechnungsbeträge [in EUR]“ und „EEG-belastete Strommengen [in GWh]“ ein. Erhalten Sie von Ihrem Energieversorgungsunternehmen (EVU) eine Jahresabrechnung, ist für diese Angaben lediglich je ein Wert erforderlich.

Bitte achten Sie darauf, dass aus den Rechnungen auch die Jahreshöchstlast ersichtlich ist.

Gutschriften erfassen Sie mit dem ausgewiesenen Betrag; als „EEG-belastete Strommenge“ tragen Sie bitte explizit „0“ ein.

Ergeben sich aufgrund abweichender Strukturen Probleme mit einer Vielzahl von Rechnungen oder Ähnlichem (wie z. B. Ablesezeiträume, die nicht zum Nachweiszeitraum passen), kontaktieren Sie bitte unsere Hotline 06196 908-1666.

Was ist beim Anlegen von Stromlieferungsverträgen zu beachten?

Geben Sie bitte Ihren Verträgen einen entsprechenden Namen, wie

  •  „Stromlieferungsvertrag 2013 XYZ AG – EVU Powerstrom“ oder
  • „Netznutzungsvertrag XYZ AG – EVU Power-Energie“

Was mache ich mit Netznutzungs- und Netzanschlussverträgen?

Haben Sie separate Netznutzungsverträge, Netzanschlussverträge oder vergleichbare Verträge, nach denen Leistungen regelmäßig abgerechnet werden, dann legen Sie auch diese bitte unterhalb des EVU – neben dem Stromliefervertrag - an und laden diese hoch.

Legen Sie wiederum unterhalb des Netzvertrages die Rechnungen zum Vertrag an und tragen Sie die Netto-Rechnungsbeträge ein; geben Sie hier aber als zugehörige „EEG-belastete Strommenge“ explizit „0“ ein.

Was muss ich bei „nicht beantragten Abnahmestellen“ im Online-Portal ELAN-K2 beachten?

Ab dem Antragsverfahren 2016 müssen Sie auch Angaben zu nicht beantragte Abnahmestellen in zusammengefasster Form machen. Diese Angabe können Sie dem Prüfungsvermerk Ihres Wirtschaftsprüfers entnehmen.

Näheres entnehmen Sie bitte der „Anleitung ELAN-K2.

Nach der Eingabe der Zugangsdaten (Benutzerkennung und/oder Passwort) erscheint immer wieder die Meldung, dass die Session abgelaufen ist. Was muss ich tun?

Für die Portal-Nutzung ist die Aktivierung der Cookies in den Browser-Einstellungen erforderlich (z. B. bei Mozilla Firefox unter Extras/Einstellungen/Datenschutz).

Nach der Eingabe der korrekten Benutzerkennung (ohne Eingabe des Passworts und des Sicherheitscodes) erscheint die Meldung „Ungültige Benutzerkennung“. Was muss ich tun?

Für die Portal-Nutzung ist die Aktivierung der Cookies in den Browser-Einstellungen erforderlich (z. B. bei Mozilla Firefox unter Extras/Einstellungen/Datenschutz).

Im Antragsverfahren sind Felder nicht sichtbar; meistens sind die Buttons betroffen, die sich im oberen/unteren/äußeren Sichtbereich befinden (wie z. B. der Speichern-Button). Was muss ich tun?

Sollten Sie veraltete Browser verwenden, können Darstellungsprobleme auftreten. Sie können versuchen, Ihre Bildschirmansicht zu verkleinern (mit „Strg und -“), um eventuell nicht sichtbare Felder, die außerhalb Ihres Sichtbereichs liegen, sichtbar und bedienbar zu machen. Mit „Strg und +“ können Sie die Bildschirmansicht wieder auf die ursprüngliche Größe stellen.

Die folgenden Browser werden von ELAN-K2 technisch unterstützt, wobei Abweichungen in den Darstellungen zwischen den verschiedenen Browsern leider unvermeidbar sind:

  • Mozilla Firefox
  • Microsoft Internet Explorer, Version 8 und 9 (Version 6 wird nicht unterstützt; Version 7 wird unterstützt, kann aber zu massiven Antwortzeiten-Problemen wie beim Dokumentenupload führen)
  • Google Chrome
  • Opera (wurde mit Version 11 getestet, wird aber offiziell nicht unterstützt)
  • Safari (wurde mit Version 5 getestet, wird aber offiziell nicht unterstützt)

Prinzipiell empfehlen wir aus Gründen der Sicherheit, immer die aktuellsten Versionen der etablierten Browser-Hersteller zu verwenden.

Ich habe versucht, Dokumente hochzuladen, der Upload wird aber abgebrochen. Was kann ich tun?

Dieses Problem kann mehrere Ursachen haben:

  • Die firmeninterne Firewall blockt den Upload
  • Firmeninterne Größenbegrenzung beim Upload
  • Geringe Internetleistung, so dass nach einer Zeitüberschreitung ein Abbruch des Uploads erfolgt
  • Kein aktueller Browser vorhanden

Bitte beachten Sie: Der Upload wird auch abgebrochen, wenn die Größe des Dokuments mehr als 15 MB beträgt. In diesen Fällen erfolgt ein Hinweis auf die Größenbeschränkung.

Ich werde während einer Dateneingabe aus dem Portal „geworfen“ und erhalte die Fehlermeldung „Internal Server Error“. Was mache ich?

Wird diese Fehlermeldung angezeigt, dann liegt das Problem meistens am Proxy Server Ihres Netzwerks. Hier kann das BAFA leider keinen Support leisten, bitte wenden Sie sich an Ihre interne IT.

Informationen zum Thema

Publikationen

Hier finden Sie die Merkblätter und weiteren Informationen zur Antragstellung im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung. Bitte beachten Sie, dass unsere Veröffentlichungen derzeit noch an die ab 1. Januar 2017 neu geltende Rechtslage nach EEG 2017 angepasst werden.

Rechtsgrundlagen

Formulare

Ihr Antrag muss elektronisch über das vom BAFA eingerichtete Online-Portal ELAN-K2 gestellt werden (siehe EEG 2014, § 66 Absatz 2 Satz 1). Das Portal beruht auf dem Konzept der Benutzer-Selbstverwaltung. Um an diesem Verfahren zur Nutzung des Online-Portals teilnehmen zu können, müssen Sie zunächst einen Registrierungsprozess durchlaufen. Einzelheiten der Registrierung und Antragstellung finden Sie in den nachfolgenden Links.

Zum Thema

Kontakt

  • Besondere AusgleichsregelungBundesamt für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleReferate 521 – 524 BesAR Grundsatz, Förderbereiche 1 – 3 Frankfurter Straße 29 – 35 65760 Eschborn Telefon: 06196 908-1666 Fax: 06196 908-1550ErreichbarkeitMontag bis Donnerstag: 08:30 Uhr – 16:00 Uhr
    Freitag: 08:30 Uhr – 15:00 Uhr
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