Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Energieberatung im Mittelstand

Zwei Architekten auf einer Baustelle Quelle: © Fotolia.com/nyul

Neue Richtlinie ab dem 1. Dezember 2017!

Zum 1. Dezember 2017 tritt eine neue Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen im Mittelstand in Kraft. Die im Bundesanzeiger veröffentlichte Fassung können Sie hier einsehen. Die neue Richtlinie ersetzt die bisher gültige Richtlinie vom 1. Dezember 2015.

Das Förderprogramm trägt zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung bei. Eine qualifizierte Energieberatung soll kleinen und mittleren Unternehmen Einsparpotentiale und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen aufzeigen.

Folgende wesentliche Änderungen treten am 1. Dezember 2017 in Kraft:

  • Der Energieberaterkreis wird erweitert. Zum Förderprogramm können alle Energieberater zugelassen werden, die über die geforderte fachliche Qualifikation verfügen. Die Energieberater haben sich durch Selbsterklärung gegenüber dem BAFA und dem jeweiligen Unternehmen zu verpflichten, hersteller-, anbieter-, produkt- und vertriebsneutral zu beraten.
  • Für die Zulassung benötigen Energieberater eine Haftpflichtversicherung, die Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit Energieberatungsleistungen abdeckt.
  • Die Förderung der Umsetzungsbegleitung entfällt. Für eine Energieberatung wird daher die maximale Förderhöhe von 8.000 Euro auf 6.000 Euro abgesenkt (betrifft Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von über 10.000 Euro).

Einen Überblick über sämtliche neue Bestimmungen in der neuen Richtlinie finden Sie hier.

Für Antragsteller kann es zum systematischen und zielgerichteten Erfahrungsaustausch förderlich sein, sich untereinander zu vernetzen, etwa im Rahmen der „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“.

Zum Förderverfahren

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und des sonstigen Dienstleistungsgewerbes sowie Angehörige der Freien Berufe mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland, die

  1. weniger als 250 Personen beschäftigen und
  2. einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von nicht mehr als 43 Millionen Euro haben.

Zur Ermittlung der Mitarbeiterzahl, des Jahresumsatzes und der Bilanzsumme siehe KMU-Handbuch der Europäischen Union.

Art und Höhe der Förderung

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 % der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 8.000 Euro.

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von maximal 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 % der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 1.200 Euro.

Anerkannte Energieberater/Beratungsbericht

Die Energieberatung beziehungsweise die Umsetzungsbegleitung ist nur zuwendungsfähig, wenn diese durch einen vom BAFA zugelassenen Energieberater erfolgt. Die Auswahl des Beraters obliegt dem antragstellenden Unternehmen.

Die detaillierten Anforderungen an den Berater finden Sie in unserem Merkblatt „Hinweise zur Beraterzulassung“. Inhaltliche Anforderungen an die Energieberatung sowie die Anforderungen an den zu erstellenden Beratungsbericht entnehmen Sie bitte Nummer 4.2 der Richtlinie sowie dem Merkblatt „Hinweise zur Erstellung eines Beratungsberichts“.

Antragstellung

Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn, das heißt vor Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags mit dem Energieberater zu stellen.

Die Antragstellung ist ausschließlich über das hierfür beim BAFA eingerichtete Online-Antragsformular möglich. Dem ausgefüllten Antragsformular muss ein Kostenvoranschlag des Energieberaters beigefügt werden. Aus dem Kostenvoranschlag muss die Höhe des geplanten Beraterhonorars klar hervor gehen.

Das BAFA bewilligt die Förderung durch Erteilung eines sogenannten Zuwendungsbescheides.

Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides hat der Antragsteller elf Monate Zeit, die Beratung durchzuführen (Bewilligungszeitraum). In diesem Zeitraum muss auch der Abschlussbericht fertiggestellt sein. Anschließend, aber spätestens innerhalb von einem Monat nach Ablauf des Bewilligungszeitraums, ist der Verwendungsnachweis zu erstellen und dem BAFA vollständig per elektronischem Formular vorzulegen. Der Verwendungsnachweis muss enthalten:

  • Die Verwendungsnachweiserklärung
  • Eine Kopie der durch den Energieberater oder seinen Arbeitgeber auf den Namen des beratenen Unternehmens ausgestellten Rechnung, die den Anforderungen nach § 14 UStG entspricht
  • Ein Beratungsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht
  • Bei einer Umsetzungsbegleitung ist ein Tätigkeitsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht, einzureichen

Häufige Fragen

Fragen zum Antragsverfahren

Wann ist der Antrag zu stellen?

Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn, das heißt vor Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags mit dem Energieberater zu stellen. Planungsleistungen dürfen vor Antragsstellung erbracht werden. Darunter fällt unter anderem die Erstellung eines Kostenvoranschlags oder die Einholung eines Angebotes

Wie läuft das Förderverfahren beim BAFA ab?

  1. Antragstellung
    Die Antragstellung ist ausschließlich über das hierfür beim BAFA eingerichtete Online-Antragsformular möglich. Link:https://fms.bafa.de/BafaFrame/energieberatung. Mit dem Vorhaben, d.h. dem Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags mit dem Energieberater darf nun (auf eigenes Risiko) begonnen werden.
     
  2. Erteilung des Zuwendungsbescheides
    Das BAFA bewilligt die Förderung durch Erteilung eines sogenannten Zuwendungsbescheides.
     
  3. Durchführung der Maßnahme und Verwendungsnachweis
    Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides hat der Antragsteller elf Monate Zeit, die bewilligte Maßnahme durchzuführen (Bewilligungszeitraum). In diesem Zeitraum muss auch der Abschlussbericht fertiggestellt sein. Anschließend, aber spätestens innerhalb von einem Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraums, ist der Verwendungsnachweis zu erstellen und dem BAFA vollständig per elektronischem Formular (Link: https://fms.bafa.de/BafaFrame/login) vorzulegen. Der Verwendungsnachweis muss enthalten:
  • Die Verwendungsnachweiserklärung
  • Eine Kopie der durch den Energieberater oder seinen Arbeitgeber auf den Namen des beratenen Unternehmens ausgestellten Rechnung, die den Anforderungen nach § 14 UStG entspricht
  • Ein Beratungsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht
  • Bei einer Umsetzungsbegleitung ist ein Tätigkeitsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht, einzureichen

Wann erfolgt die Auszahlung der Fördermittel?

Die Auszahlung erfolgt unmittelbar nachdem alle Unterlagen vollständig eingereicht und vom BAFA geprüft wurden.

Welchen Umfang und welche Genauigkeit sollte das bei Antragstellung einzureichende Angebot des Energieberaters haben? Was passiert, wenn sich nachträglich die Kosten der Energieberatung erhöhen/reduzieren?

  • Aus dem Kostenvoranschlag/Angebot muss die Höhe des geplanten Beraterhonorars klar hervor gehen. Zudem muss der Kostenvoranschlag/das Angebot Angaben zur Art (Produktionsstätte, Verwaltungsgebäude, Produktionsanlage, etc.) und zur Anzahl der zu untersuchenden Objekte enthalten. Das Angebot muss in keiner Weise detaillierte Informationen über alle geplanten Leistungen enthalten.
  • Die Höhe der Zuwendung wird auf Basis des angegebenen Beraterhonorars ermittelt. Sollte sich bei Durchführung der Energieberatung herausstellen, dass sich die Kosten der Energieberatung erhöhen, besteht ab dem Zeitpunkt der Erstellung des Zuwendungsbescheids einen Monat lang die Möglichkeit, einen Antrag auf Erhöhung der Zuwendung zu stellen. Einen Monat nach Erteilung des Zuwendungsbescheids wird dieser bestandskräftig.
  • Sollten sich die Kosten der Energieberatung nachträglich reduzieren, wird bei Auszahlung des Zuschusses der Betrag entsprechend reduziert.

Gibt es einen vorgegeben Tageshöchstsatz, den die Berater berechnen dürfen?

Nein, entscheidend sind nur die insgesamt in Rechnung gestellten Beratungskosten (netto).

Ab wann kann frühestens ein Antrag auf eine Umsetzungsbegleitung gestellt werden?

Der Antrag auf eine Umsetzungsbegleitung kann gestellt werden sobald die Verwendungsnachweisunterlagen eingereicht wurden.

Kann der Berater für das Unternehmen den Antrag stellen?

Ja, der Berater kann, sofern er von dem Unternehmen bevollmächtigt wurde, den Antrag für das Unternehmen stellen. Die Vollmacht finden Sie unter „Informationen zum Thema“

Kann die Frist zur Einreichung der Verwendungsnachweisunterlagen verlängert werden?

Ja, es ist möglich die Frist zu verlängern. Hierzu muss innerhalb der Frist ein formloser Antrag durch das Unternehmen gestellt werden. Die Frist kann sodann um maximal zwei Monate verlängert werden.

Kann der Bewilligungszeitraum verlängert werden?

Nein, eine Verlängerung des Bewilligungszeitraums ist nicht möglich.

Darf der Zuschuss an Dritte abgetreten werden?

Nein, der Zuschuss darf nicht abgetreten werden.

Fragen zur Beratung

Was sind die relevanten Normen und Grundlagen für die Durchführung der Energieberatung? Wie ist ein Beratungsbericht aufzubauen?

Eine förderfähige Energieberatung muss sich an der DIN EN 16247-1 ausrichten. Gemäß der DIN EN 16247-1 bezieht sich ein Energieaudit immer auf eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten. Der Energieberatungsbericht ist gemäß den Vorgaben der DIN EN 16247-1 aufzubauen. Im Merkblatt „Hinweise zur Erstellung eines Beratungsberichts“ sind die jeweils geltenden gültigen Anforderungen an einen Beratungsbericht detailliert aufgeführt.

Besteht eine Nachbesserungsmöglichkeit für die Beratungsberichte.

Ja. Sollte ein Beratungsbericht nicht den Anforderungen des BAFA entsprechen, wird das Antrag stellende Unternehmen angeschrieben und dem Energieberater wird einmalig die Möglichkeit gegeben, die entsprechenden Punkte nachzubessern.

Sind Messungen stets verpflichtend?

Für Geräte wie zum Beispiel Kompressoren, Pumpen, Ventilatoren, Antriebsmotoren sowie Wärme- und Kälteerzeuger kann die Ermittlung des Verbrauchs durch kontinuierliche Messung oder durch zeitweise installierte Messeinrichtungen (zum Beispiel Stromzange, Wärmemengenzähler) und nachvollziehbare Hochrechnungen über Betriebs- und Lastkenndaten erfolgen. Von Messungen kann abgesehen werden, sofern diese einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen. In diesem Fall können andere nachvollziehbare Methoden zur Schätzung des Energieverbrauchs angewandt werden.

Übernimmt das BAFA eine Gewähr für die Qualität der Beratungsleistung des Energieberaters?

Die Anforderungen an die Energieberater im Sinne der Richtlinie werden vom BAFA zwar sorgfältig geprüft, allerdings übernimmt das BAFA keine Gewähr für die Qualifikation der Energieberater und für die Qualität und Förderfähigkeit der erbrachten Beratungsleistungen.

Allgemeine Fragen zum Förderprogramm

Was ist Gegenstand der Förderung?

Gefördert wird die Inanspruchnahme einer Energieberatung durch einen extern beauftragten – vom BAFA zugelassenen – Energieberater.

Wer kann eine Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen sowie freiberuflich Tätige mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland.

Wann gelten wir als kleines und mittleres Unternehmen (KMU)?

Ein Unternehmen gilt als KMU, wenn es weniger als 250 Personen beschäftigt und einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von nicht mehr als 43 Millionen Euro hat. Die Werte sollen sich auf das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr, für welches Zahlen vorliegen (z. B. letzter Jahresabschluss) beziehen. Ist Ihr Unternehmen mit anderen Unternehmen wirtschaftlich miteinander verbunden (Verbundene Unternehmen/Partnerunternehmen) muss dies gegebenenfalls bei den oben genannten Kriterien anteilig berücksichtigt werden.

Wie findet man einen zugelassenen Energieberater?

Zugelassene Energieberater finden Sie in der Energieeffizienz-Experten Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena). Diese Liste ist hier einsehbar.

Wie wird gefördert und in welcher Höhe?

Die Förderung erfolgt als nichtrückzahlbarer Zuschuss. 

Die Zuschusshöhe beträgt für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 Euro, 80% der förderfähigen Beratungskosten, einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 8.000 Euro.

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von maximal 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80% der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 1.200 Euro.

Kann die Beratung gleichzeitig aus anderen Förderprogrammen des Bundes und der Länder öffentlich gefördert werden?

Nein, die Förderung von Energieberatungen entsprechend dieser Richtlinie schließt aus, dass andere Programme des Bundes oder der Bundesländer, in deren Rahmen eine Energieberatung gefördert wird, in Anspruch genommen werden. Für investive Maßnahmen im Rahmen der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen dürfen hingegen weitere Förderprogramme des Bundes oder der Bundesländer genutzt werden.

Was versteht man unter einer „De-Minimis“-Beihilfe?

Als „De-Minimis“-Beihilfen gelten Beihilfen, die von einem EU-Mitgliedstaat an ein Unternehmen vergeben werden und deren Betrag als geringfügig anzusehen ist, weil vermutet wird, dass eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs nicht stattfindet. Damit die als „De-minimis“-Beihilfen bezeichneten Subventionen nicht doch zu einer Wettbewerbsverzerrung führen, sind diese auf 200.000 Euro (für Unternehmen im gewerblichen Straßengüterverkehr auf 100.000 Euro) innerhalb von drei Steuerjahren begrenzt. Nähere Erläuterungen hierzu finden sie unter De-minimis-Beihilfen

Informationen zum Thema

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