Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Hinweis zum Datenschutz

Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher werden auf dieser Website Nutzungsdaten nur in anonymisierter Form zu Optimierungszwecken gesammelt und gespeichert.

Beratene

Eine Energieberatung vor Ort soll Ihnen als Immobilienbesitzer einen sinnvollen Weg aufzeigen, wie sie die Energieeffizienz ihres Wohngebäudes verbessern können. Durch eine energetische Sanierung können in aller Regel Energie und Treibhausgase eingespart werden. Eine Vor-Ort-Beratung wird deshalb vom Bund gefördert.

Im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung zeigt Ihnen ein Energieberater, wie Sie Energie sparen können. Der Energieberater ermittelt vor Ort den energetischen Zustand Ihres Wohngebäudes. Auf dieser Grundlage erstellt er für Sie ein passendes Sanierungskonzept. Er schlägt Ihnen also vor, wie Sie Ihr Wohngebäude modernisieren können, um den Energiebedarf zu senken. Der Energieberater weist auch darauf hin, welche Fördermittel Sie beantragen können. Die Ergebnisse fasst er in einem schriftlichen Energieberatungsbericht zusammen, den er Ihnen aushändigt und in einem Abschlussgespräch erläutert.

Der Zuschuss wird an den Energieberater gezahlt. Dieser ist aber verpflichtet, Ihnen ein um den Zuschuss ermäßigtes Beratungshonorar in Rechnung zu stellen.

Sie haben die Wahl, ob der Energieberater entweder

  • die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus darstellt oder
  • einen Sanierungsfahrplan für Sie erstellt. Dieser zeigt auf, wie Ihr Gebäude mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen umfassend energetisch saniert werden kann. Dabei werden die thermische Hülle (Dach, Fassade, Fenster/Türen) und die Anlagentechnik einbezogen.

Zum Förderverfahren

Zielgruppen

Das Angebot der Vor-Ort-Beratung richtet sich an folgende Zielgruppen:

  • Haus- und Wohnungseigentümer
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieter und Pächter
  • rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (nur kleine und mittlere Unternehmen)
  • Einrichtungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen

Fördervoraussetzungen

Eine geförderte Vor-Ort-Beratung können Sie nur in Anspruch nehmen, wenn

  • Ihr Gebäude in Deutschland steht,
  • der Bauantrag bis zum 31. Januar 2002 gestellt wurde,
  • das Gebäude überwiegend dem Wohnen dient.

Förderhöhe

Zuschuss in Höhe von 60% der förderfähigen Beratungskosten, maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

Zuschuss in Höhe von maximal 500 Euro für zusätzliche Erläuterung eines Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung.

Bitte beachten Sie, dass die Förderung nicht an den Beratenen, sondern an den Energieberater ausgezahlt wird. Der Berater ist jedoch verpflichtet, den Zuschuss mit seinem Beratungshonorar zu verrechnen.

Ablauf des Förderverfahrens

  1. Sie beauftragen einen antragsberechtigten Energieberater mit der Durchführung einer Vor-Ort-Beratung. Der Energieberater stellt dann beim BAFA einen Zuschussantrag für Ihr Wohngebäude und erhält einen Förderbescheid.
  2. Der Energieberater hat nun maximal sechs Monate Zeit, die Beratung durchzuführen und Ihnen den Energieberatungsbericht auszuhändigen sowie zu erläutern (nutzen Sie diese Gelegenheit, um dem Berater Fragen zu stellen!). Für seine Beratungsleistung stellt Ihnen der Berater eine um den Zuschuss reduzierte Rechnung aus.
  3. Nach dem Erläuterungsgespräch, das mit Ihrem Einverständnis auch telefonisch geführt werden kann, müssen Sie und der Berater noch die Verwendungsnachweiserklärung unterzeichnen. Diese legt der Berater zusammen mit der Rechnung und dem Beratungsbericht dem BAFA zur Prüfung vor. Zuletzt wird der Zuschuss an den Berater ausgezahlt.

Häufige Fragen

Wie sieht der Ablauf einer Vor-Ort-Beratung aus?

Der von Ihnen ausgewählte Energieberater nimmt das Wohngebäude bei einem Vor-Ort-Termin in Augenschein. Dabei ermittelt er die wesentlichen Gebäudedaten. Diese betreffen die Bauteile (Dach, Außenwände, Fenster, Türen und Keller) und die vorhandene Anlagentechnik (Heizung, Warmwasserbereitung).

Auf dieser Grundlage erstellt der Energieberater für Sie einen schriftlichen Energieberatungsbericht. Dessen wesentlicher Bestandteil ist ein energetisches Sanierungskonzept; es enthält Vorschläge, wie Sie den Energiebedarf Ihres Wohngebäudes durch Modernisierungsinvestitionen senken können.

Den Beratungsbericht händigt der Energieberater an Sie aus und erläutert Ihnen in einem abschließenden Gespräch die darin enthaltenen Vorschläge für eine energetische Sanierung (mit Ihrem Einverständnis auch nur telefonisch).

Kann ich als Kunde den Inhalt einer Vor-Ort-Beratung bestimmen?

Wenn Sie eine förderfähige Vor-Ort-Beratung in Anspruch nehmen wollen, haben Sie, was den Inhalt der Beratung angeht, folgende Wahlmöglichkeit:

  1. Sollten Sie bereits entschlossen sein, Ihr Wohngebäude energetisch komplett zu sanieren, aber nur noch nicht wissen, welche Maßnahmen dazu erforderlich sind, was dies alles kostet und wieviel Energie und CO2 Sie hierdurch einsparen können, dann kann Ihnen ein Energieberater ein entsprechendes energetisches Sanierungskonzept erstellen. Um den Beratungszuschuss zu erhalten, muss der Energieberater Ihnen aufzuzeigen, wie Ihr Haus auf einen KfW-Effizienzhausstandard zu bringen ist. Neubaustandard kann hierbei energetisch oft erreicht oder gar übertroffen werden. Eine KfW-Förderung müssen Sie im Fall der Umsetzung der Sanierungsvorschläge aber nicht in Anspruch nehmen (etwa wenn Sie die Sanierung aus Eigenmitteln oder mithilfe anderer Drittmittel finanzieren wollen).

  2. Häufig wollen Eigentümer bei der energetischen Sanierung schrittweise vorgehen, d. h. Sie beabsichtigen zunächst nur eine Teilsanierung des Gebäudes durch eine Einzelmaßnahme. Weitere Sanierungsmaßnahmen in der Zukunft werden jedoch nicht ausgeschlossen. Hier bietet es sich an, den Energieberater mit der Erstellung eines Sanierungsfahrplans zu beauftragen. Der Berater muss dann einen Vorschlag machen, welche Maßnahme am Anfang der Sanierung stehen sollte und welche weiteren Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Dabei hat der Energieberater die einzelnen Sanierungsschritte bauphysikalisch und anlagentechnisch aufeinander abzustimmen, um die Gefahr späterer Bauschäden zu verringern und eine Überdimensionierung von Heizanlagen zu vermeiden. Insgesamt müssen die einzelnen vorgeschlagenen Maßnahmen zu einer umfassenden Sanierung des Gebäudes führen.

Mit dem Sanierungsfahrplan wird Ihnen also aufgezeigt, wie eine umfassende energetische Sanierung über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden kann, ohne Sie finanziell zu überfordern.

Wer kann eine Vor-Ort-Beratung in Anspruch nehmen?

Als Eigentümer, Mieter oder Pächter können eine Beratung für ein Wohngebäude in Anspruch nehmen:

  • Natürliche Personen
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Rechtlich selbständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Wohnungswirtschaft sowie Betriebe des Agrarbereichs
  • Juristische Personen und sonstige Einrichtungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen

Für welche Gebäude kann eine Vor-Ort-Beratung in Anspruch genommen werden?

Im Hinblick auf das Gebäude gelten folgende Voraussetzungen:

  • Das Gebäude muss im Bundesgebiet liegen
  • Bis zum 31. Januar 2002 muss ein Bauantrag gestellt bzw. eine Bauanzeige erstattet worden sein
  • Der umbaute Raum des Gebäudes darf nicht auf Grund späterer Baugenehmigungen zu mehr als 50 % durch Anbau oder Aufstockung verändert worden sein
  • Das Gebäude muss ursprünglich als Wohngebäude geplant und errichtet worden sein oder mehr als 50 % der Gebäudefläche müssen derzeit zum Wohnen genutzt werden
  • Beheizte Nichtwohngebäude, die künftig als Wohngebäude genutzt werden sollen (Umwidmung) können ebenfalls Gegenstand einer Beratung sein

Obwohl ein Wohngebäude die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt, ist eine Vor-Ort-Beratung ausgeschlossen, wenn

  • der Eigentümer ein rechtlich selbständiges Unternehmen ist, das nicht mehr als kleines oder mittleres Unternehmen eingestuft werden kann.
  • die öffentliche Hand an dem Gebäude unmittelbar oder mittelbar Eigentumsrechte besitzt.
  • der Berater Eigentums- oder Nutzungsrechte an dem Gebäude besitzt.

Einzelheiten hierzu siehe unter Nr. 2.5. der Richtlinie.

Wie oft kann ein Gebäude Gegenstand einer Vor-Ort-Beratung sein?

Zwischen zwei Beratungen für dasselbe Gebäude muss ein Abstand von mindestens vier Jahren liegen. Ein neuer Eigentümer des Gebäudes kann dagegen ohne Wartezeit eine Vor-Ort-Beratung für dasselbe Gebäude in Anspruch nehmen.

Wer kann eine Förderung beantragen?

Einen Antrag auf Förderung durch das BAFA können Sie (z. B. als Hauseigentümer) selbst nicht stellen, sondern nur ein von ihnen beauftragter Energieberater, der antragsberechtigt ist. Antragsberechtigte Energieberater aus Ihrer Region finden Sie in der „Energieeffizienz-Expertenliste“.

Wie findet man einen antragsberechtigten Energieberater?

Qualifizierte und unabhängige Berater für Vor-Ort-Beratungen finden Sie in der „Energieeffizienz-Expertenliste“. Jeder dort für Vor-Ort-Beratungen gelistete Berater ist antragsberechtigt.

Wie wird gefördert und in welchem Umfang?

Die Förderung besteht in einem Zuschuss, den der Berater erhält. Dadurch verbilligt sich die Beratung für Sie als Kunden, denn der Berater ist verpflichtet, den Zuschuss mit seinen Beratungskosten zu verrechnen und Ihnen einen entsprechend ermäßigten Betrag in Rechnung zu stellen.

Der Zuschuss für eine Vor-Ort-Beratung beträgt 60 % der förderfähigen Beratungskosten, maximal 800 Euro für Ein-/Zweifamilienhäuser und 1.100 Euro für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten.

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften wird einmalig ein weiterer Zuschuss von höchstens 500 Euro gezahlt, wenn der Energieberatungsbericht in einer Versammlung der Wohnungseigentümer oder einer Sitzung des Beirats erläutert wird. Förderfähig sind hier 100 Prozent des Beratungshonorars bis zum Maximalbetrag von 500 Euro.

Darf eine Vor-Ort-Beratung zusätzlich aus öffentlichen Mitteln anderer Förderprogramme gefördert werden?

Der Zuschuss kann auch gezahlt werden, wenn die Beratung aus anderen öffentlichen Mitteln (z. B. der Länder oder Kommunen) finanziert wird; die Förderung insgesamt darf dabei aber 90 % der Honorarkosten nicht übersteigen. Mit anderen Worten: Eine zusätzliche Förderung der Vor-Ort-Beratung mit Landes- oder kommunalen Mitteln ist zulässig, sofern der Beratene mindestens einen Eigenanteil von 10 % des Beratungshonorars trägt.

Ausgeschlossen ist eine Förderung allerdings, wenn auch Mittel aus anderen Beratungsprogrammen des Bundes in Anspruch genommen werden; in diesem Fall besteht ein Kumulierungsverbot.

Ist das BAFA auch für Gebäudeenergieausweise zuständig?

Nein. Das BAFA besitzt keine Zuständigkeit für die Ausstellung von Gebäudeenergieausweisen. Es fördert allein Energiesparberatungen vor Ort für Wohngebäude durch fachkundige und unabhängige Energieberater.

Stellt ein Energieberater im Zusammenhang mit einer Vor-Ort-Beratung einen Gebäudeenergieausweis aus, ist dies aber nicht förderschädlich.

Informationen zum Thema

Kontakt

  • Vor-Ort-BeratungBundesamt für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleReferat 512 – Vor-Ort-Beratung, Energieberatung Mittelstand Frankfurter Straße 29 – 35 65760 EschbornAllgemeine Fragen zur Vor-Ort-Beratung Telefon: 06196 908-1880 Fax: 06196 908-1800ErreichbarkeitMontag bis Donnerstag: 08:30 Uhr – 16:00 Uhr
    Freitag: 08:30 Uhr – 15:00 Uhr
    Zum Kontaktformular