Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Berater

Vom Bund geförderte Energieberatungen vor Ort sollen Immobilienbesitzern einen sinnvollen Weg aufzeigen, wie sie die Energieeffizienz ihres Wohngebäudes verbessern können. Der Zuschuss wird an Sie als den Vor-Ort-Beratung durchführender Energieberater gezahlt. Dazu müssen Sie jedoch zuvor vom BAFA als Berater anerkannt worden sein.

Zum Förderverfahren

Anerkennung als Berater

Zuschussanträge können Sie nur stellen, wenn das BAFA Ihre Antragsberechtigung festgestellt hat (sogenannte Berateranerkennung). Dafür müssen Sie fachlich qualifiziert und als Energieberater unabhängig sein.

Für die Anerkennung als antragsberechtigter Berater sind zwingend zwei Schritte erforderlich:

1. Schritt: „Registrierung im Online-Portal“:
Klicken Sie im Online-Portal auf den Link „Registrierung als Berater“. Im nächsten Fenster wählen Sie „Jetzt registrieren“ und folgen dann den weiteren Schritten. Sie erhalten anschließend eine E-Mail mit Aktivierungslink.

2. Schritt: „Anerkennung für Vor-Ort-Beratung“:
Nachdem Sie den Aktivierungslink betätigt haben, können Sie sich mit Ihrer Beraternummer (=Benutzerkennung) und Ihrem Passwort im Online-Portal anmelden. Füllen Sie die notwendigen Angaben bei Ihren Stammdaten (hierzu gehören auch Bankverbindung sowie Arbeitgeber/Firmenbezeichnung) aus und speichern Sie diese ab. Anschließend wählen Sie den Menüpunkt „Anerkennungen“ > „Anerkennung für Vor-Ort-Beratung“ und folgen den weiteren Schritten. Halten Sie die erforderlichen Zeugnisse und Qualifikationsnachweise als PDF-Dateien bereit.

Ihre Antragsberechtigung wird anschließend vom BAFA geprüft; über das Online-Portal erhalten Sie Nachricht über das Ergebnis der Prüfung.

Förderhöhe

Zuschuss in Höhe von 60% der förderfähigen Beratungskosten; maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

Zuschuss in Höhe von maximal 500 Euro für zusätzliche Erläuterung eines Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung.

Ablauf des Förderverfahrens

Das gesamte Förderverfahren wird elektronisch geführt.

  1. Nach Erhalt eines Auftrags zur Durchführung einer Vor-Ort-Beratung stellen Sie beim BAFA über das Online-Portal einen Zuschussantrag. Bitte beachten Sie, dass der Antrag gestellt werden muss, bevor Sie mit Berechnungen für den Energieberatungsbericht beginnen.
  2. Sie erhalten einen Zuwendungsbescheid und haben nunmehr sechs Monate Zeit, die Vor-Ort-Beratung durchzuführen, das heißt einen Beratungsbericht anzufertigen und diesen dem Kunden auszuhändigen und zu erläutern. Außerdem sind innerhalb dieses Zeitraums der Energieberatungsbericht, die Rechnung sowie die von Ihnen und Ihrem Kunden unterschriebene Verwendungsnachweiserklärung im BAFA einzureichen (deren Abruf erfolgt unter der entsprechenden Vorgangsnummer im Online-Portal).
  3. Nach Prüfung sämtlicher Verwendungsnachweisunterlagen wird bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen der Zuschuss an Sie ausgezahlt.

Energieberatungsbericht

Die Ausarbeitung eines Beratungsberichts bildet den Schwerpunkt einer Vor-Ort-Beratung. Der Bericht soll dem Kunden einen umfassen Eindruck vom energetischen Zustand des Gebäudes vermitteln und ihm als Grundlage für Modernisierungsentscheidungen dienen.

Je nach der Interessenlage des Kunden bestehen zwei Möglichkeiten, welchen Inhalt der Beratungsbericht haben muss.

Sie erstellen auf Wunsch des Kunden ein energetisches Sanierungskonzept entweder

  • für eine Sanierung des Wohngebäudes in einem Zuge zum KfW-Effizienzhaus (Komplettsanierung) oder
  • für eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen (individueller Sanierungsfahrplan).

Das BAFA will Sie bei der Erstellung eines richtlinienkonformen Beratungsberichts unterstützen. Es bietet Ihnen daher auf dieser Homepage zwei Checklisten an, die Ihnen helfen sollen, nichts Wichtiges bei der Ausarbeitung des Berichts zu vergessen. Es handelt sich jeweils um eine Checkliste für eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus und für einen Sanierungsfahrplan.

Energieeffizienz-Expertenliste

In diese Expertenliste, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Auftrag des Bundes geführt wird, können Sie sich für das Förderprogramm Vor-Ort-Beratung nur eintragen lassen, wenn das BAFA Sie zuvor als antragsberechtigt anerkannt hat. In diesem Fall geben Sie bitte Ihre Beraternummer bei der dena an, damit Sie in die Liste für Vor-Ort-Beratung aufgenommen werden können.

Vorher müssen Sie aber im Online-Portal des BAFA unter „Stammdaten“ einer Datenweitergabe an die dena zugestimmt haben.

Häufige Fragen

Fragen zum Beratungsbericht

Wo sind die Mindestanforderungen an den Inhalt eines Energieberatungsberichts geregelt?

Die Mindestanforderungen, die bei der Erstellung eines förderfähigen Beratungsberichts zu beachten sind, ergeben sich aus der Anlage 1 der Richtlinie vom 29. Oktober 2014 sowie den Checklisten „Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus“ und „Sanierungsfahrplan“.

Muss das im Energieberatungsbericht vorgeschlagene KfW-Effizienzhausniveau tatsächlich realisiert werden?

Nein. Der Beratene ist völlig frei in seiner Entscheidung, ob er die im Energieberatungsbericht enthaltenen Vorschläge des Beraters für eine energetische Sanierung in die Tat umsetzt.

Müssen die Vollkosten ebenso wie die energiebedingten Mehrkosten abgeschätzt werden?

Nein. Eine Abschätzung der Vollkosten ist nicht erforderlich. Ausreichend ist ein Hinweis darauf, dass zu den der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit zugrunde gelegten energiebedingten Mehrkosten noch weitere Kosten, die beispielhaft zu benennen sind, hinzukommen können.

Was ist unter den energiebedingten Mehrkosten zu verstehen?

Die Grafik „Kostenverständnis bei energetischen Sanierungen“ veranschaulich, was unter energiebedingten Mehrkosten zu verstehen ist.

Gibt das BAFA Auskunft zu Fragen, die vor oder bei der Erstellung eines Beratungsberichtes im Hinblick auf einzelne Mindestanforderungen auftreten?

Ja. Die Fachleute des BAFA stehen selbstverständlich für die Beantwortung von Fragen zum Beratungsbericht zur Verfügung und helfen Ihnen gern weiter. Mit Blick auf das Nachbesserungsverbot empfiehlt es sich, in Zweifelsfällen bereits bei Erstellung des Energieberatungsberichts das BAFA zu fragen. Ihnen entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Im Gegenteil: Missverständnisse lassen sich so meist auf einfachem Weg klären.

Informationen zum Mindestinhalt eines Energieberatungsberichts erteilt das BAFA telefonisch unter der Nummer 06196 908-1885.

Gibt es eine Vorgabe, welche Nutzungsform erneuerbarer Energien vorgeschlagen werden muss?

Nein. Es gibt keine Vorgabe des BAFA, welche Nutzungsform erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen soll. Ist die Nutzung erneuerbarer Energien mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand oder aus sonstigen Gründen nicht möglich, so ist dies im Energieberatungsbericht nachvollziehbar zu begründen. Unbeachtlich ist es, ob der Beratene beabsichtigt, erneuerbare Energien zu nutzen.

Werden im Beratungsobjekt erneuerbare Energien bereits genutzt, erübrigt sich ein Vorschlag hierzu.

Muss die Beratung über eine Komplettsanierung immer auf ein KfW-Effizienzhaus gerichtet sein?

Nein. Eine Ausnahme erkennt das BAFA an, wenn die Erreichung eines KfW-Effizienzhausniveaus im Rahmen einer energetischen Sanierung mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand oder aus sonstigen, insbesondere bautechnischen oder rechtlichen Gründen, nicht möglich wäre.

Eine solche Ausnahme ist im Energieberatungsbericht nachvollziehbar zu begründen.

Kann in einem förderfähigen Beratungsbericht auf die besonderen Wünsche des Kunden eingegangen werden?

Ja. Im Beratungsbericht können auf Kundenwunsch – über die geforderten Mindestinhalte hinaus – zusätzliche Punkte behandelt oder besondere Schwerpunkte gesetzt werden.

Doch ist es förderrechtlich unzulässig, einzelne Aspekte, die zu den Mindestanforderungen zählen, unberücksichtigt zu lassen, selbst wenn der Kunde dies wünscht.

Muss die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit auf Basis des Endenergiebedarfs erfolgen?

Nein. Die Wirtschaftlichkeit kann auch auf Basis des (tatsächlich gemessenen) Endenergieverbrauchs bzw. des angepassten Endenergiebedarfs betrachtet werden.

Müssen in die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit zwingend die Auswirkungen der Bundesförderprogramme einbezogen werden?

Nein. Es reicht aus, wenn im Beratungsbericht objektbezogen auf die einschlägigen Bundesförderprogramme, die Art der Fördermittel und deren Höhe (bei Kredit auch Angabe des Zinssatzes und eines etwaigen Tilgungszuschusses) hingewiesen wird.

Es muss im Beratungsbericht nicht dargestellt werden, wie sich die Inanspruchnahme der Bundesförderung(en) auf die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme(n), z. B. deren Amortisation, auswirkt.

Bietet ein Förderprogramm sowohl eine Kredit- wie eine Zuschussvariante, kann der Berater nach seinem am Interesse des Kunden zu orientierenden Ermessen den Hinweis auf eine der beiden Fördermöglichkeiten beschränken.

Gilt das Nachbesserungsverbot auch für das Formular „Angaben zum KfW-Effizienzhaus“?

Nein. Die Angaben im Formular „Angaben zum KfW-Effizienzhaus“ können nachgereicht bzw. korrigiert werden. Diese Angaben sind förderrechtlich nicht zwingender Bestandteil des Energieberatungsberichtes und müssen dem Beratenen folglich auch nicht mitgeteilt und erläutert werden.

Förderrechtlich schädlich ist es dagegen, wenn die korrigierten oder nachgereichten Kennwerte ein anderes KfW-Effizienzhaus ergeben als das, welches laut Bericht mit den darin vorgeschlagenen und beschriebenen Maßnahmen erreichbar sein soll.

Können Beratungsberichte nachgebessert werden?

Ja. Stellt das BAFA fest, dass der als Verwendungsnachweis vorgelegte Energieberatungsbericht wesentliche Berichtsmängel enthält, die einer Förderung entgegenstehen, so weist es den Berater zunächst darauf hin. Der Berater erhält dann Gelegenheit, den Bericht nachzubessern. Ergibt die Prüfung des nachgebesserten Berichts, dass der Zuschuss ausgezahlt werden kann, informiert das BAFA den Berater hierüber. Vor der Zuschussauszahlung muss der Berater dem BAFA allerdings nachweisen, dass der nachgebesserte Energieberatungsbericht dem Kunden übermittelt wurde und die Änderungen ihm erläutert wurden. Dazu hat der Berater dem BAFA ein von ihm selbst und vom Kunden unterschriebenes Formular mit entsprechenden Erklärungen vorzulegen. Das entsprechende Formular finden Berater unter „Informationen zum Thema“.

Fragen zum Sanierungsfahrplan

Was ist unter einem Sanierungsfahrplan zu verstehen?

Der Sanierungsfahrplan muss aufzeigen, wie das Gebäude mit bauphysikalisch und anlagentechnisch aufeinander abgestimmten Maßnahmen (Einzelmaßnahme/Maßnahmenkombination) umfassend energetisch saniert werden kann.

Dabei muss der erste vorgeschlagene Sanierungsschritt grundsätzlich nach einem der einschlägigen Bundesförderprogramme (KfW/BAFA) förderfähig sein. Ist dies wirtschaftlich nicht vertretbar oder aus bautechnischen bzw. baurechtlichen Gründen nicht möglich, bedarf es einer Begründung im Beratungsbericht.

Für alle weiteren Sanierungsschritte sind mindestens die Anforderungen nach EnEV Anlage 3 einzuhalten. Auch insoweit ist eine Begründung im Energieberatungsbericht erforderlich, wenn wirtschaftliche, bautechnische bzw. baurechtliche Gründe entgegenstehen.

Was ist im Rahmen eines Sanierungsfahrplans unter einer umfassenden energetischen Sanierung zu verstehen?

Eine umfassende energetische Sanierung erfordert die Betrachtung aller Bauteile der thermischen Hülle sowie der Anlagentechnik.

Werden Teile der Gebäudehülle bzw. der Anlagentechnik nicht betrachtet, ist dies im Beratungsbericht zu begründen.

Gründe hierfür können zum Beispiel sein:

  • Bauteil/Anlagentechnik wurde bereits energetisch saniert
  • Baurechtlich oder bautechnisch ist eine energetische Sanierung nicht möglich

Müssen im Rahmen des Sanierungsfahrplans alle vorgeschlagenen Sanierungsschritte wirtschaftlich bewertet werden?

Nein. Nur der erste Sanierungsschritt ist wirtschaftlich zu bewerten.

Wie ist die Einsparung von Endenergie, Endenergiekosten sowie CO2-Emissionen zu berechnen?

Zu ermitteln ist die Einsparung von Endenergie, Endenergiekosten und CO2-Emissionen jeweils für die einzelnen vorgeschlagenen Sanierungsschritte (Einzelmaßnahmen bzw. Maßnahmenkombinationen). Dabei sind die durch sämtliche vorangehenden Maßnahmen erzielbaren Einsparungen jeweils miteinzurechnen.

Die folgende Tabelle soll dies beispielhaft veranschaulichen:

Ist-Zustand vor Sanierung: Energiebedarf von 100.000 kWh/a, Endenergiekosten von 9.000  Euro/a
Sanierungs-maßnahmen (M)energetisch bedingte Investitionskosten in EuroEndenergie-bedarf kWh/aEndenergie-kosten Euro/aC02-Emissionen Kg/a
M1 (Fassade)55.00072.0006.480-
M2=M1+Kellerdecke3.20067.0006.030-
M3=M2+Dach19.00050.0004.500-
M4=M3+Heizung22.00032.0002.880-

Informationen zum Thema

Kontakt

  • Vor-Ort-BeratungBundesamt für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleReferat 512 – Vor-Ort-Beratung, Energieberatung Mittelstand Frankfurter Straße 29 – 35 65760 EschbornAllgemeine Fragen zur Vor-Ort-Beratung Telefon: 06196 908-1880 Fax: 06196 908-1800Fragen zum Inhalt des Energieberatungsberichts Telefon: 06196 908-1885Fragen zur Berateranerkennung Telefon: 06196 908-2650ErreichbarkeitMontag bis Donnerstag: 08:30 Uhr – 16:00 Uhr
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