Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Hinweis zum Datenschutz

Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher werden auf dieser Website Nutzungsdaten nur in anonymisierter Form zu Optimierungszwecken gesammelt und gespeichert.

Wärmerückgewinnung

Modul 3 – Dezentrale Einheiten zur Wärmerückgewinnung in Gebäuden

Symoblbild Kleinserien Klimaschutzprodukte – Wärmerückgewinnung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Quelle: © iStock.com/Ismailciydem - iStock.com

Hinweis

Aufgrund der derzeitigen vorläufigen Haushaltsführung werden Förderanträge der Richtlinie zur Förderung von innovativen marktreifen Klimaschutzprodukten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Kleinserien-Richtlinie) erst nach Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes 2018 bewilligt. Dies wird voraussichtlich nach der Sommerpause 2018 der Fall sein. Ihr Antrag wird dennoch geprüft und bearbeitet. Bitte beachten Sie, dass vor der Antragsbewilligung (Zuwendungsbescheid) der Auftrag für die beantragte Maßnahme nicht erteilt werden darf.

Die dezentrale Wärmerückgewinnung von häuslichen Abwässern (Grauwasser) verfügt durch hohe Temperaturniveaus über einen hohen Wirkungsgrad insbesondere in den Wintermonaten. Durch die Nutzung dieser Abwärme kann Energie zur Warmwasserbereitung eingespart werden.

Im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie sind Anschaffungen und Installation von dezentralen Wärmeübertrager in Duschrinnen, Duschtassen und Duschrohren sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus dem gesamten, im Gebäude anfallenden Grauwasser förderfähig.

Zum Förderverfahren

Antragsberechtigung

Antragsberechtigt sind:

  • private Unternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform (einschließlich Genossenschaften) und der Art ihrer Tätigkeit (einschließlich freiberuflich Tätige),
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung sowie
  • Öffentliche, gemeinnützige und religionsgemeinschaftliche Hochschulen (nicht umfasst: Volkshochschulen), Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser bzw. deren Träger
  • juristische Personen des Privatrechts (die in dieser Liste nicht explizit aufgeführt sind)
  • Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise)
  • Privatpersonen

Der Antragsteller ist entweder

  • Eigentümer,
  • Pächter oder
  • Mieter

des Grundstücks, auf dem die Technologie eingesetzt werden soll. Mieter und Pächter müssen die Erlaubnis des Eigentümers für die Installation der Anlage nachweisen. Als Nachweis hierzu genügt die formlose, schriftliche Erlaubnis des Eigentümers für das Installationsunternehmen (Bewilligungsschreiben). Alternativ steht hierzu auch ein Vordruck unter Informationen zum Thema > Formulare für Sie bereit.

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden Ausgaben für die Anschaffung und die Installation der Wärmeübertrager bzw. Anlagen zur Wärmerückgewinnung.

Förderfähig sind Investitionen in folgende dezentrale Geräte bzw. Anlagen zur Wärmerückgewinnung:

  • Duschrinnen mit Wärmeübertrager
  • Duschtassen mit Wärmeübertrager
  • Duschrohre mit Wärmeübertrager
  • Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus dem gesamten, im Gebäude anfallenden Grauwasser

Nicht förderfähig hingegen sind:

  • Mehrere Wärmeübertragereinheiten innerhalb einer Wohneinheit (Wohnung, Einfamilienhaus)
  • der Erwerb und die Verwendung gebrauchter Anlagen sowie neuer Anlagen mit überwiegend gebrauchten Anlagenteilen,
  • Ausgaben für Prototypen,
  • Instandsetzung und Instandhaltung bestehender Anlagen,
  • laufende Ausgaben,
  • Eigenleistungen des Antragstellers und
  • bereits vor Bekanntgabe des Zuwendungsbescheids begonnene Projekte.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt auf Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen (De-minimis-Verordnung).

Der Förderbetrag wird anhand den förderfähigen Investitionskosten und der

  • Anzahl der beantragten Wärmeübertragereinheiten (bei Duschrinnen, Duschtassen und Duschrohren mit Wärmeübertrager) oder
  • Anzahl der an die Wärmerückgewinnungsanlage für das im gesamten Gebäude anfallende Grauwasser angeschlossene Einheiten (Duschen) sowie der Notwendigkeit eines zweiten Leitungsnetzes,
    ermittelt.

Fördersätze für einzelne Dusch-Wärmeübertrager (Duschrinne, Duschtasse, Duschrohr):

  • Anzahl der Wärmeübertrager ≤ 20: 250 Euro pro Einheit
  • Anzahl der Wärmeübertrager > 20: 200 Euro pro Einheit
  • Maximal jedoch 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (Anschaffung und Installation)

Fördersätze für Anlagen zur Wärmerückgewinnung für das gesamte im Gebäude anfallende Grauwasser, ohne zweites Leitungsnetz (Grauwassernetz):

  • Anzahl der Duschen im Gebäude ≤ 20: 250 Euro pro angeschlossener Dusche
  • Anzahl der Duschen im Gebäude > 20: 200 Euro pro angeschlossener Dusche
  • Maximal jedoch 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (Anschaffung und Installation).

Fördersätze für Anlagen zur Wärmerückgewinnung für das gesamte im Gebäude anfallende Grauwasser, sofern ein zweites Leitungsnetz (Grauwassernetz) installiert wird:

  • Anzahl der Duschen im Gebäude ≤ 20: 550 Euro pro angeschlossener Dusche
  • Anzahl der Duschen im Gebäude > 20: 500 Euro pro angeschlossener Dusche
  • Maximal jedoch 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (Anschaffung und Installation).

Finanzierung

Soll die Maßnahme über ein Finanzierungsmodell abgewickelt werden, sind folgende Vorgaben zu beachten:

Bei einem Ratenkauf muss sich der Finanzierungsvertrag eindeutig auf die bewilligte(n)/geförderte(n) Anlage(n)/Einheit(n) beziehen. Zudem darf zum Zeitpunkt der Auszahlung, die nach dem Abschluss der Verwendungsnachweisprüfung erfolgt, die Summe der gezahlten Raten nicht kleiner sein als der bewilligte Förderbetrag. Andernfalls wird dieser entsprechend gekürzt.

Wird ein Mietkaufmodell gewählt, muss der Eigentumsübergang innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss der Maßnahme (Inbetriebnahme) im Mietkaufvertrag festgehalten sein. Der Mietkaufvertrag muss sich zudem eindeutig auf die bewilligte(n)/geförderte(n) Anlage(n)/Einheit(n) beziehen. Zudem darf zum Zeitpunkt der Auszahlung, die nach dem Abschluss der Verwendungsnachweisprüfung erfolgt, die Summe der gezahlten Raten nicht kleiner sein als der bewilligte Förderbetrag. Andernfalls wird dieser entsprechend gekürzt.

Eine Finanzierung über Leasing ist nicht zulässig, weil eine geleaste Anlage/Einheit dem Leasingnehmer (Antragsteller) nur zur Nutzung überlassen wird und nicht in das Eigentum des Leasingnehmers übergeht. Eine Kaufoption im Leasingvertrag ist nicht ausreichend.

De-minimis-Obergrenze

Zu beachten ist grundsätzlich die „De-minimis“-Obergrenze (200.000 Euro bzw. 100.000 Euro für Unternehmen des Straßentransportsektors). Diese darf mit allen im aktuellen sowie in den beiden vorangegangenen Steuerjahren erhaltenen „De-minimis“-Beihilfen (erkennbar am „De-minimis“-Bescheid) nicht überschritten werden. Gegebenenfalls muss der Förderbetrag entsprechend gekürzt werden.

Weitere Informationen zu De-minimis-Beihilfen

Beispiel

In ein Mehrfamilienwohnhaus mit 40 Wohneinheiten und 40 Duschen soll eine Wärmerückgewinnung für das im gesamten Gebäude anfallende Grauwasser installiert werden und es muss ein zweites Leitungsnetz (Grauwassernetz) zusätzlich neu installiert werden. Die Investition (Anschaffungs- und Installationskosten) beträgt 90.000,- Euro.

Förderbetrag nach Einheitenanzahl = 40 Duschen * 500,- Euro / Einheit         = 20.000,- Euro

Maximaler Förderbetrag =                        90.000,- Euro * 0,3         = 27.000,- Euro

Der Förderbetrag nach der Einheitenzahl ist kleiner als der maximale Förderbetrag. Der korrekte Förderbetrag liegt somit bei 20.000,- Euro.

Kumulierung

Die Förderung nach der Kleinserien-Richtlinie schließt die Inanspruchnahme von anderen Fördermitteln für dieselbe Maßnahme aus.

Antragsverfahren

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das auf dieser Webseite veröffentlichte elektronische Antragsformular.

Insgesamt muss ein vollständiger Antrag folgende Dokumente enthalten:

  • vollständig ausgefülltes elektronisches Antragsformular,
  • Nachweis der Erfüllung der Fördervoraussetzung gem. Ziffer 2 der Kleinserien-Richtlinie:
    • bei Duschrinnen-, Duschtassen und Duschrohren erfolgt der Nachweis in Form von Produktdatenblättern oder Sachverständigengutachten zu den eingesetzten Wärmeübertragern, aus denen der Wirkungsgrad von mindestens 25 % bei einem mittleren balancierten Volumenstrom von 12,5 l/min hervorgeht;
    • bei Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus dem gesamten, im Gebäude anfallenden Grauwasser ist eine Projektbeschreibung einzureichen, in welcher das Wärmerückgewinnungssystem dargestellt und erläutert wird.

Nach Prüfung des Antrags wird im Falle eines positiven Bescheids die Höhe der maximalen Zuwendung auf Basis der Angaben der elektrischen Leistung sowie ggf. den erwarteten Ausgaben und den in der Richtlinie unter Ziffer 5 genannten Fördersätzen festgesetzt.

Nach Bekanntgabe des Zuwendungsbescheids sind nachträgliche Änderungen der Angaben nur innerhalb eines Monats möglich.

Maßnahmenbeginn

Förderfähig sind ausschließlich Maßnahmen, mit denen vor der Bewilligung (Erteilung des Zuwendungsbescheids) noch nicht begonnen worden ist.

Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor der Bewilligung erbracht werden.

Informationen zum Thema

Kontakt

  • Kleinserien KlimaschutzprodukteBundesamt für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleReferat 424 – Kerntechnische Entsorgung, KWK, Mini-KWK Frankfurter Straße 29 – 35 65760 Eschborn Telefon: 06196 908-1016 Fax: 06196 908-1800ErreichbarkeitMontag bis Donnerstag: 08:30 Uhr – 16:00 Uhr
    Freitag: 08:30 Uhr – 15:00 Uhr
    Zum Kontaktformular