Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Kälte- und Klimaanlagen

Das Förderprogramm ist ein Baustein der Nationalen Klimaschutzinitiative und soll dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht: Bis zum Jahr 2020 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland gegenüber 1990 um mindestens 40 % sinken – und bis 2050 sogar um 80 % bis 95 %.

Kühlregal Quelle: © Fotolia.com/adisa

Um die Potentiale zur Minderung der Treibhausgasemissionen in der Kälte- und Klimatechnik in Deutschland zu heben, fördert das Bundesumweltministerium die Errichtung neuer oder die Sanierung bestehender Kälte- oder Klimaanlagen mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Durch die Verwendung hocheffizienter Komponenten und Systeme verbrauchen geförderte Anlagen erheblich weniger Energie und verursachen dadurch deutlich geringere CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung. Zugleich werden in vielen Fällen natürliche  Kältemittel oder Kältemittel mit geringer Treibhauswirkung eingesetzt, wodurch auch die direkten Emissionen reduziert werden.

Am 1. Januar 2017 ist die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Kälte-Klima-Richtlinie) vom 1. Dezember 2016 in Kraft getreten. Im Rahmen der Basisförderung kann die Neuerrichtung von Anlagen, die Vollsanierung sowie erstmalig auch die Teilsanierung von Anlagen gefördert werden. Soll darüber hinaus die energetische Effizienz des Gesamtsystems verbessert werden, kann zusätzlich eine Bonusförderung in Anspruch genommen werden. Dies gilt beispielsweise für den Einsatz von Kälte- und Wärmespeichern, Wärmepumpen und Freikühlern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf die Richtlinie vom 1. Dezember 2016.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Bearbeitung der Förderanträge sowie die Auszahlung der Zuschüsse zuständig. Erfahren Sie hier mehr über die Fördertatbestände, das Antrags- und Förderverfahren, die Höhe der Zuschüsse sowie die rechtlichen Grundlagen.

Zum Förderverfahren

Fördergegenstand

Im Rahmen der Basisförderung  werden Klimaschutz-Maßnahmen an Kompressions-Kälte- oder Kompressions-Klimaanlagen (einschließlich Mono-Split-Klimaanlagen und Heiz-/Kühlsysteme) sowie Sorptionskälteanlagen oder Sorptionsklimaanlagengefördert. Je nach Art der Kälte- oder Klimaanlage gelten spezifische Leistungsober- und untergrenzen.

Im Rahmen der Bonusförderung werden gefördert:

  • Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage
  • Wärmepumpen zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage (für Wärmespeicher)
  • Kältespeicher mit Wärmeübertrager
  • Freikühler mit Rohrleitungen, Pumpen, Tank, MSR-Technik und gegebenenfalls zusätzlichem Wärmeübertrager

Förderhöhe

Die Höhe der Förderung KF wird berechnet nach der Formel:

KF=A*C(1–B), wobei C eine Variable ist, die für die Kälteleistung in Kilowatt (kW) bzw. die Speicherkapazität in Kilowattstunden (kWh) steht und A, B Koeffizienten sind, die von der Art der Kälteanlage bzw. der Anwendung abhängen.

Bei der Berechnung der Kälteleistung sind bestimmte Temperaturen auf der Verdampfer-Seite und Verflüssiger-Seite einer Kälte- oder Klimaanlage zugrunde zu legen. Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsätzen (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 °C am Außenwärmetauscher (Verflüssiger), bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 °C Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Verflüssiger bzw. Kondensator) anzunehmen. Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer Temperatur von 36 °C am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.

Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser-Vorlaufs und des Heizwasser-Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 °C zugrunde zu legen.

Koeffizienten A und B zur Berechnung der Förderhöhe

Die folgende Tabelle zeigt Werte der Koeffizienten A und B zur Berechnung der Basisförderung bei Neuerrichtung oder Vollsanierung unterschiedlicher Kälte- oder Klimaanlagen.

Koeffizienten zur Berechnung der Förderhöhe bei Basisförderung
Art der AnlageNeuerrichtung ANeuerrichtung BVollsanierung AVollsanierung B
Kleine Kompressions-Kälteanlagen1.0250,4052768,80,4052
Kompressions-Kälteanlagen mit Ammoniak als Kältemittel21.0860,757921.0860,7579
Kompressions-Kälteanlagen in Supermärkten35.2560,862326.4420,8623
Kompressions-Kälteanlagen in der Gewerbe-, Industriekälte und in sonstigen Anwendungen1.0250,4052768,80,4052
Kompressionsanlagen in der Klimakälte342,70,237285,60,237
Kompressionsanlagen in der Klima- und Prozesskälte (Flüssigkeitskühlsätze)8560,44346420,4434
Sorptionskälteanlagen4.1880,54374.1880,5437

Neuerrichtung, Vollsanierung oder Teilsanierung?

Als neu errichtete Anlagen gelten Anlagen, die an einem Standort errichtet werden, an dem bisher keine Kälteanlage vorhanden war. Ebenfalls als Neuerrichtung gilt eine Maßnahme, bei der eine bestehende Anlage nach vollständiger Demontage ersetzt oder erweitert wird, wenn die Erweiterung nicht an die bestehende Anlage angebunden/angeschlossen wird. Neu errichtete Kompressions-Kälteanlagen (mit Ausnahme von sog. kleinen Kompressions-Kälteanlagen) sind nur dann förderfähig, wenn sie mit nicht-halogenierten Kältemitteln betrieben werden. Sorptionskälteanlagen gelten als neu errichtete Anlagen.

Bei Vollsanierungen erfolgt der Austausch aller Hauptkomponenten der bestehenden Anlage, d. h. Verdichter und Verflüssiger/Kühlturm und Verdampfer/Luftkühler sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR-Technik). Voll sanierte Kompressions-Kälteanlagen  sind nur dann förderfähig, wenn in Zuge der Sanierung auf ein Kältemittel mit einem niedrigeren Treibhauspotential (GWP) umgestellt wird. Der GWP der Kältemittel der voll sanierten Anlage darf 1.500 nicht überschreiten. Kältemittel von voll sanierten Mono-Split-Klimaanlagen dürfen einen GWP von max. 750 haben. Ebenfalls als Vollsanierung gilt eine Maßnahme, bei der eine bestehende Anlage energetisch optimiert und erweitert wird.

Nicht förderfähig sind Umstellungen auf ein halogeniertes Kältemittel mit einem höheren GWP oder von einem nicht-halogenierten auf ein halogeniertes Kältemittel. Ebenfalls nicht förderfähig sind Versuchsanlagen und Anlagen, in die gebrauchte Komponenten eingebaut werden.

Bei Teilsanierungen erfolgt der Austausch einer oder mehrerer aber nicht aller Hauptkomponenten. Bei kleinen Kompressionskälteanlagen sowie Sorptionskälteanlagen ist eine Teilsanierung nicht förderfähig. Die Höhe der Förderung für eine Teilsanierung ergibt sich anteilig aus dem für die Vollsanierung errechneten Förderbetrag nach folgender Tabelle.

Anteilige Förderung bei Teilsanierungen
HauptkomponenteProzent
Austausch des/der Verdichter(s)35 %
Austausch des/der Verflüssiger(s)/Kühlturm(s)15 %
Austausch des/der Verdampfer(s)/Luftkühler(s)15 %
Austausch der MSR-Technik15 %

Bonusförderung

Die Basisförderung kann um Bonusförderungen erhöht werden. Eine Bonusförderung wird nur dann gewährt, wenn die Bonusmaßnahme zusammen mit einer förderfähigen Basismaßnahme beantragt und umgesetzt wird. Einzelne Bonusfördertatbestände sind miteinander kombinierbar. Für die Berechnung der Höhe der Bonusförderung gelten folgende Werte für die Koeffizienten A und B:

Koeffizienten zur Berechnung der Förderhöhe bei Bonusförderung
Art der MaßnahmeParameterMaßeinheitAB
Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur AbwärmenutzungWärmespeicherkapazitätkWh8180,4592
Wärmepumpe zur Abwärmenutzung (für Wärmespeicher)Kälteleistung der WärmepumpekW6420,4434
Kältespeicher mit WärmeübertragerKältespeicherkapazitätkWh730,2911

Bei Einsatz von Freikühlern erhöht sich die Höhe der Basisförderung der jeweiligen Anwendung um 30 % (Freikühlerbonus). Bei der Vollsanierung von Bestandsanlagen erhöht sich die Basisförderung der jeweiligen Anwendung um 10 %, wenn das Kältemittel nach der Sanierung ein GWP < 750 aufweist.

Förderbeispiele in der Basisförderung

Typische Kälte- oder Klimaanlagen – Höhe der Basisförderung
Art der AnlageKälteleistungFörderbetrag NeuerrichtungFörderbetrag Vollsanierung
Kompressionskälteanlage im Supermarkt70 kW63.285,33 €47.464,00 €
Flüssigkeitskühlsatz300 kW20.475,73 €15.356,80 €
Sonstige Kompressionskälteanlage120 kW17.677,50 €13.258,99 €
Kompressionsklimaanlage80 kW9.704,47 €8.087,53 €
Kompressionskälteanlage mit Ammoniak250 kW80.266,71 €80.266,71 €
Sorptionskälteanlage500 kW71.375,09 €71.375,09 €

Förderbeispiele in der Bonusförderung

Typische Kälte- oder Klimaanlagen – Höhe der Bonusförderung
Art der MaßnahmeParameterKälteleistung oder SpeicherkapazitätFörderbetrag
WärmespeicherbonusWärmespeicherkapazität50 kWh6.785,10 €
WärmepumpenbonusKälteleistung der Wärmepumpe25 kW3.851,49 €
KältespeicherbonusKältespeicherkapazität50 kWh1.168,75 €

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Unternehmen. Seit dem 1. Oktober 2015 sind darüber hinaus gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen antragsberechtigt, unabhängig von der Gewinnerzielungsabsicht.

Der Antragsteller ist entweder Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks, auf dem sich die Anlage befindet, oder ein vom Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks beauftragtes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor).

Antragsverfahren

Antragstellung

Die Förderung wird auf Antrag gewährt. Anträge auf Förderung von Maßnahmen an einer Kälte- oder Klimaanlage können nur elektronisch über das vom BAFA bereitgestellte elektronische Formular „Antrag auf Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen“ gestellt werden. Mit dem Vorhaben darf allerdings erst nach Zugang des Zuwendungsbescheides begonnen werden. Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzuordnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags.

Der Antragsteller kann seinen Antrag elektronisch um Unterlagen oder Nachweise ergänzen, wie z. B.

  • Organigramm der Unternehmensgruppe des Antragstellers, sofern der Antragsteller ein verbundenes Unternehmen ist.
  • De-minimis Bescheinigungen, sofern es sich beim Antragsteller um ein Unternehmen in Sinne der europäischen Beihilfevorschriften handelt und der Antragsteller innerhalb der letzten drei Steuerjahre weitere De-minimis-Beihilfen erhalten hat.
  • Zuwendungsbescheide bzw. Förderzusagen anderer Zuwendungsgeber für die zu fördernde Kälte- oder Klimaanlage.

Entscheidung über den Antrag/Zuwendungsbescheid

Falls sich aus den eingereichten Unterlagen keine Ablehnungsgründe ergeben, erteilt das BAFA einen Zuwendungsbescheid. Für die Reihenfolge ist der Eingang der vollständigen Anträge maßgeblich. Sobald ihm der Zuwendungsbescheid zugegangen ist, darf der Antragsteller mit dem Vorhaben beginnen, d. h. er darf Aufträge für Maßnahmen an der Kälte- und Klimaanlage erteilen. Planungsleistungen dürfen bereits vor Zugang des Zuwendungsbescheides vergeben werden.

Im Zuwendungsbescheid setzt das BAFA die Höhe der Förderung fest, aufgegliedert nach Basisförderung und Bonusförderung und teilt dem Antragsteller die einzuhaltenden Fristen (Abnahmefrist, Frist für die Einreichung des Verwendungsnachweises) sowie die Förderauflagen mit. Bei den Auflagen handelt es sich in der Regel und Effizienzmaßnahmen und Effizienzkomponenten, die an der Kälte- oder Klimaanlage durchgeführt oder verbaut sein müssen.

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller nach, dass er die Maßnahme wie bewilligt durchgeführt und die Auflagen erfüllt hat.

Ein vollständiger Verwendungsnachweis besteht aus folgenden Unterlagen:

  • Elektronisches Formular „Verwendungsnachweis“ (wird noch bereit gestellt)
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Kälte- oder Klimaanlage
  • Vom Anlagenbetreiber bzw. Antragsteller und Anlagenbauer unterschriebenes Abnahmeprotokoll
  • Auf den Antragsteller ausgestellte Rechnungen für die kältetechnischen Anlagenteile und -systeme bzw. Nachweis, dass die beigefügten Rechnungen vom Antragsteller bezahlt wurden
  • Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild der Kälte- oder Klimaanlage
  • Vom Kälteanlagenbauer ausgefüllte und unterschriebene Fachunternehmererklärung

Zusätzlich für die Förderung von Kompressions-Kälteanlagen und Kompressions-Klimaanlagen:

  • Nachweis über den Einbau eines fernauslesbaren Elektroenergie-Messgeräts mit Angabe des Inbetriebnahme-Datums
  • Abgeschlossener Wartungsvertrag

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises.

Fristen

Die zu fördernde Kälte- bzw. Klimaanlage muss innerhalb von zwölf Monaten nach Antragseingang vom Auftraggeber/Antragsteller abgenommen worden sein (Abnahmefrist). Der Verwendungsnachweis ist dem BAFA innerhalb von drei Monaten nach Abnahme der Anlage, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Abnahmefrist vorzulegen (Einreichungsfrist).

Förderverfahren für Anträge bis 31. Dezember 2016

Abweichend von den bisherigen Ausführungen gilt für Förderanträge, die bis einschließlich 31. Dezmber 2016 beim BAFA eingereicht wurden:

Zusätzlich zur Basis- und Bonusförderung kann eine Beratungsförderung beantragt werden Förderfähig sind die Kosten für die Erstellung des Effizienznachweises. Der Fördersatz beträgt 80 % der in Rechnung gestellten Kosten, maximal jedoch 1.000 Euro.

In der Basisförderung sind die Kosten aller Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufes sowie Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole förderfähig. Die Fördersätze betragen

  • bei Sanierung einer bestehenden Anlage 15 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein Kältemittel mit einem GWP < 2.500 verwendet wurde; 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde.
  • bei Errichtung einer neuen Anlage 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde.
  • 25 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten einer Sorptionsanlage.

In der Bonusförderung betragen die Fördersätze

  • 15 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten für Wärmeübertrager.
  • 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten für eine Wärmepumpe, wenn ein Kältemittel mit einem GWP < 2.500 verwendet wurde.
  • 25 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde.

Details zu den förderfähigen Komponenten bzw. Kosten entnehmen Sie bitte dem Merkblatt zur Abgrenzung förderfähiger Kosten (PDF, 134KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Elektronisches Formular „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz"

Die Effizienz einer Kälte- oder Klimaanlage muss anhand des vom BAFA bereitgestellten elektronischen Formulars „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz“ von einem Sachkundigen der Kälte- und Klimatechnik nachgewiesen werden. Bei Kompressions- Kälte- und Klimaanlagen ist anzugeben, welche energieeffizienten Komponenten der Anlage in den Hauptsystemen

  • Verflüssiger/Gaskühler
  • Verdampfer sowie
  • dem Gesamtsystem der Anlage

verbaut werden sollen. Durch die Auswahl bestimmter Komponenten vergibt das elektronische Formular spezifische Effizienzpunkte und errechnet den Energieeffizienzstatus. Das ist die Summe der Effizienzpunkte der ausgewählten Komponenten im Verhältnis zur maximal möglichen Gesamtpunktzahl. Details zum elektronischen Formular Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz sind im Technisches Merkblatt (PDF, 219KB, Datei ist nicht barrierefrei) zusammen gefasst.

Darüber hinaus erhebt bzw. ermittelt der Sachkundige Kälteleistung, Leistungsaufnahme, Verdampfungs-, Nutz- und Verflüssigungstemperatur, Jahreslaufzeit, Art und Menge des eingesetzten Kältemittels sowie die Kälteleistungszahl der Kälte- oder Klimaanlage. Ein Rohleitungs- und Instrumentenfließbild sowie eine Kurzdokumentation, in der Funktion und Einsatzzweck beschrieben werden, sind einzureichen.

Bei Sorptionskälteanlagen sind folgende Angaben erforderlich:

  • Genutzte Abwärme zum Betrieb der Sorptionskälte- bzw. -klimaanlage
  • Gesamtkälteleistung der Anlage
  • Leistung der Zusatzverbraucher

Einstufung

Falls sich aus den eingereichten Unterlagen keine Ablehnungsgründe ergeben, stuft das BAFA die zu fördernde Anlage entweder als neue Anlage oder als zu sanierende Bestandsanlage ein. Grundlage für die Einstufung sind das Rohleitungs- und Instrumentenfließbild, die Angaben des Sachkundigen im Formular „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz“ sowie in seiner Kurzbeschreibung (nicht erforderlich bei Sorptionsanlagen). Das Ergebnis der Einstufung wird dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt.

Hinweise zur Einstufung entnehmen Sie bitte dem Technischen Merkblatt (siehe Publikationen).

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller die förderfähigen Kosten nach. Dazu reicht er Rechnungen ein, die vom BAFA geprüft werden und die Grundlage für die Bestimmung der förderfähigen Kosten bilden.

Ein vollständiger Verwendungsnachweis besteht aus folgenden Unterlagen:

  • Vollständig ausgefülltes Formular „Verwendungsnachweis“
  • De-minimis-Bescheinigungen für bereits erhaltene De-minimis-Beihilfen
  • Zuwendungsbescheide für weitere Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln für die Kälte- oder Klimaanlage
  • Organigramm von Verbundunternehmen des Antragstellers mit Angabe der prozentualen Beteiligungen und/oder entsprechende Gesellschafterverträge oder Satzungen falls der Antragsteller ein Unternehmen ist
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Kälte- oder Klimaanlage
  • Vom Anlagenbetreiber bzw. Antragsteller und Anlagenbauer unterschriebenes Abnahmeprotokoll
  • Auf den Antragsteller ausgestellte Rechnung(en) für die kältetechnischen Anlagenteile und -systeme bzw. Nachweis, dass die beigefügten Rechnungen vom Antragsteller bezahlt wurden
  • Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild der Kälte- oder Klimaanlage
  • ausgefülltes Pflichtformular zur Erhebung der förderfähigen Kosten von Kälte- und Klimaanlagen für Gebäude-, Produktions- Maschinen- und Serverkühlung

Zusätzlich für die Förderung von Kompressions-Kälteanlagen und Kompressions-Klimaanlagen:

  • Nachweis über den Einbau eines fernauslesbaren Elektroenergie-Messgeräts mit Angabe des Inbetriebnahme-Datums
  • Abgeschlossener Wartungsvertrag.

Zuwendungsbescheid und Auszahlung

Die Zuwendungsbescheide werden in der Reihenfolge des Eingangs der vollständigen Verwendungsnachweise erteilt. Mit dem Zuwendungsbescheid setzt das BAFA den Förderbetrag fest, aufgegliedert nach Beratungsförderung, Basisförderung und Bonusförderung. Sobald der Zuwendungsbescheid bestandskräftig ist (ein Monat nach Bekanntgabe) überweist das BAFA den Zuschuss auf das vom Antragsteller angegebene Konto.

Monitoring

Jeder Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, dem BAFA über einen Zeitraum von fünf Jahren nach Inbetriebnahme jährlich bestimmte Betriebsdaten der geförderten Kälte- und Klimaanlage zur Verfügung zu stellen. Für die Abgabe der Meldung wird das BAFA ein elektronisches Meldeformular bereitstellen und die Zuwendungsempfänger zur Meldung ihrer Betriebsdaten auffordern.

Häufige Fragen

Wann werden die Fördermittel ausgezahlt?

Die Fördermittel werden nach Prüfung des Verwendungsnachweises ausgezahlt.

Wann darf  mit der Durchführung der Maßnahme begonnen werden?

Vor Zugang des Zuwendungsbescheides dürfen keine Aufträge/Verträge für die beantragte Maßnahme vergeben/abgeschlossen werden.

Für Förderanträge die bis einschließlich 31.12.2016 beim BAFA eingegangen sind, gilt abweichend davon: Mit dem Vorhaben darf begonnen werden, sobald der Förderantrag beim BAFA eingegangen ist, d. h. sobald der Antragsteller eine Eingangsbestätigung erhalten hat.

Darf die Anlagenplanung nach Antragseingang verändert werden?

Änderungen in der Anlagenplanung sind zulässig, müssen dem BAFA aber in jedem Fall mitgeteilt werden. Geht diese Mitteilung erst beim BAFA ein, nachdem der Zuwendungsbescheid bestandskräftig geworden ist, prüft das BAFA im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung, ob die geänderte Anlage förderfähig ist. Voraussetzung für eine Auszahlung ist, dass die tatsächlich installierte Anlage alle Fördervoraussetzungen und -auflagen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, muss der Zuwendungsbescheid nach § 49 VwVfG widerrufen werden (Widerruf eines rechtmäßigen Verwaltungsaktes).

Ist die geänderte und tatsächlich installierte Anlage förderfähig, berechnet das BAFA den Förderbetrag neu und erlässt ein Änderungsbescheid. Das BAFA zahlt aber maximal den ursprünglich bewilligten Förderbetrag aus, auch wenn die Neuberechnung einen höheren Betrag ergibt.

Wer darf als Sachkundiger im Sinne der Förderrichtline tätig werden?

Für Förderanträge, die ab dem 1. Januar 2017 beim BAFA eingehen gilt:
Sachkundige der Kälte- und Klimatechnik sind formal nicht mehr in das Verfahren eingebunden.

Für Förderanträge, die bis einschließlich 31. Dezember 2016 beim BAFA eingegangen sind, gilt:
Sachkundige für Kälte- und Klimaanlagen müssen ihre Zulassung zum Verfahren beim BAFA formlos beantragen. Zulassungsvoraussetzung ist, dass der Sachkundige Meister, Techniker oder Ingenieur ist und über fundierte Kenntnisse des Kälteanlagenbauerhandwerks sowie eine mindestens dreijährige einschlägige Berufserfahrung·verfügt.
In Einzelfällen ist auch die Anerkennung von Kälteanlagenbauergesellen möglich, sofern eine mindestens 5-jährige Berufserfahrung im Bereich der Kältetechnik nachgewiesen wird.

Für die Anerkennung als Sachkundiger sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Lebenslauf mit kurzer Beschreibung von Referenzprojekten und dem Nachweis von mindestens 3-jähriger Berufserfahrung im Bereich der Kältetechnik
  • Diplomzeugnis und/oder Meisterbrief
  • gegebenenfalls weitere relevante Zeugnisse

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlicht eine Liste mit bereits in diesem Förderprogramm anerkannten Sachkundigen. Diese Liste finden Sie unter „Publikationen“.

Unter welchen Voraussetzungen wird eine Anlage als Neuanlage eingestuft, unter welchen Voraussetzungen als sanierte Bestandsanlage?

Bei Anträgen, die ab dem 1. Januar 2017 beim BAFA eingegangen sind, wird eine Anlage als Neuerrichtung eingestuft, wenn

  • an einem Standort keine Kälte- oder Klimaanlage vorhanden war oder
  • eine bestehende Anlage komplett demontiert und eine neue Anlage errichtet wird oder
  • eine bestehende Anlage um zusätzliche Kältekreisläufe erweitert wird, die nicht mit dem Bestand verbunden sind.

Die Einstufung als Neuerrichtung setzt die Verwendung eines nicht halogenierten (natürlichen) Kältemittels voraus.

Eine Vollsanierung einer Bestandsanlage liegt vor, wenn eine bestehende Anlage an einem Standort

  • energetisch optimiert und erweitert wird.
  • vollständig demontiert und wieder aufgebaut wird.

Die Einstufung als Vollsanierung setzt voraus, dass Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotential nach Maßgabe der Förderrichtlinie verwendet werden.

Für Anträge, die bis einschließlich 31. Dezember 2016 beim BAFA eingegangen sind, gelten andere Kriterien für die Einstufung, die im  „Technischen Merkblatt“ unter „Publikationen“ nachzulesen sind.

Stellt eine Verbund- oder Kaskadenanlage eine Anlage dar oder mehrere?

Mehrere unmittelbar miteinander verbundene Kältekreisläufe an einem Standort gelten als eine Anlage, soweit sie innerhalb von zwölf aufeinander folgenden Kalendermonaten in Dauerbetrieb genommen worden sind.

Was zählt zu den förderfähigen Nettoinvestitionskosten?

Förderfähig sind alle Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufs sowie Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole. Weitere Details enthält das Merkblatt „Kälte- und Klimaanlagen – Abgrenzung der förderfähigen Kosten“.

Welche Temperaturen sind bei der Berechnung der Kälteleistung zugrunde zu legen?

Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsatze (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 °C am Außenwärmetauscher (Verflüssiger) anzunehmen, bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 °C Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Verflüssiger bzw. Kondensator). Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer Temperatur von 36 °C am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser Vorlaufs und den Heizwasser Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 °C anzunehmen.

Informationen zum Thema

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