Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Kälte- und Klimaanlagen

Das Förderprogramm ist ein Baustein der Nationalen Klimaschutzinitiative und soll dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht: Bis zum Jahr 2020 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent sinken – und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent.

Kühlregal Quelle: © Fotolia.com/adisa

Um die Potentiale zur Minderung der Treibhausgasemissionen in der Kälte- und Klimatechnik in Deutschland zu heben, fördert das Bundesumweltministerium die Errichtung neuer oder die Sanierung bestehender Kälte- oder Klimaanlagen mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Durch die Verwendung hocheffizienter Komponenten und Systeme verbrauchen geförderte Anlagen erheblich weniger Energie und verursachen dadurch deutlich geringere CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung. Zugleich werden in vielen Fällen natürliche  Kältemittel oder Kältemittel mit geringer Treibhauswirkung eingesetzt, wodurch auch die direkten Emissionen reduziert werden.

Am 1. Januar 2017 ist die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Kälte-Klima-Richtlinie) vom 1. Dezember 2016 in Kraft getreten. Im Rahmen der Basisförderung kann die Neuerrichtung von Anlagen, die Vollsanierung sowie erstmalig auch die Teilsanierung von Anlagen gefördert werden. Soll darüber hinaus die energetische Effizienz des Gesamtsystems verbessert werden, kann zusätzlich eine Bonusförderung in Anspruch genommen werden. Dies gilt beispielsweise für den Einsatz von Kälte- und Wärmespeichern, Wärmepumpen und Freikühlern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf die Richtlinie vom 1. Dezember 2016.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Bearbeitung der Förderanträge sowie die Auszahlung der Zuschüsse zuständig. Erfahren Sie hier mehr über die Fördertatbestände, das Antrags- und Förderverfahren, die Höhe der Zuschüsse sowie die rechtlichen Grundlagen.

Zum Förderverfahren

Fördergegenstand

Im Rahmen der Basisförderung werden Klimaschutz-Maßnahmen an folgender Art von Kälte- und Klimaanlagen innerhalb der dargestellten Leistungsgrenzen gefördert.

Leistungsgrenzen
Art der AnlageElektrische Leistung VerdichterKälteleistung
Kleine Kompressions-Kälteanlagen2 bis 5 kW
Kompressions-Kälte- und Kompressions-Klimaanlagen (einschließlich Mono-Split-Klimaanlagen und Heiz-/Kühlsysteme)5 bis 300 kW
Ammoniakanlagen5 bis 200 kW
Sorptionsanlagen5 bis 500 kW

Im Rahmen der Bonusförderung werden gefördert:

  • Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage.
  • Wärmepumpen zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage (für Wärmespeicher).
  • Kältespeicher mit Wärmeübertrager.
  • Freikühler mit Rohrleitungen, Pumpen, Tank, MSR-Technik und gegebenenfalls zusätzlichem Wärmeübertrager.

Förderhöhe

Die Höhe der Förderung KF wird berechnet nach der Formel:

KF=A*C(1–B),

wobei C eine Variable ist, die für die Kälteleistung in Kilowatt (kW) bzw. die Speicherkapazität in Kilowattstunden (kWh) steht und A, B Koeffizienten sind, die von der Art der Kälteanlage bzw. der Anwendung abhängen.

Bei der Berechnung der Kälteleistung sind bestimmte Temperaturen auf der Verdampfer-Seite und Verflüssiger-Seite einer Kälte- oder Klimaanlage zugrunde zu legen. Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsätzen (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 °C am Außenwärmetauscher (Verflüssiger), bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 °C Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Verflüssiger bzw. Kondensator) anzunehmen. Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer Temperatur von 36 °C am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.

Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser-Vorlaufs und des Heizwasser-Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 °C zugrunde zu legen.

Koeffizienten A und B zur Berechnung der Förderhöhe

Die folgende Tabelle zeigt Werte der Koeffizienten A und B zur Berechnung der Basisförderung bei Neuerrichtung oder Vollsanierung unterschiedlicher Kälte- oder Klimaanlagen.

Koeffizienten zur Berechnung der Förderhöhe bei Basisförderung
Art der AnlageNeuerrichtung ANeuerrichtung BVollsanierung AVollsanierung B
Kleine Kompressions-Kälteanlagen1.0250,4052768,80,4052
Kompressions-Kälteanlagen mit Ammoniak als Kältemittel (außer Flüssigkeitskühlsätze)21.0860,757921.0860,7579
Kompressions-Kälteanlagen in Supermärkten35.2560,862326.4420,8623
Kompressions-Kälteanlagen in der Gewerbe-, Industriekälte und in sonstigen Anwendungen1.0250,4052768,80,4052
Kompressionsanlagen in der Klimakälte342,70,237285,60,237
Kompressionsanlagen in der Klima- und Prozesskälte (Flüssigkeitskühlsätze)8560,44346420,4434
Sorptionskälteanlagen4.1880,54374.1880,5437

Neuerrichtung, Vollsanierung oder Teilsanierung?

Als neu errichtete Anlagen gelten Anlagen, die an einem Standort errichtet werden, an dem bisher keine Kälteanlage vorhanden war. Ebenfalls als Neuerrichtung gilt eine Maßnahme, bei der eine bestehende Anlage nach vollständiger Demontage ersetzt oder erweitert wird, wenn die Erweiterung nicht an die bestehende Anlage angebunden/angeschlossen wird. Neu errichtete Kompressions-Kälteanlagen (mit Ausnahme von sog. kleinen Kompressions-Kälteanlagen) sind nur dann förderfähig, wenn sie mit nicht-halogenierten Kältemitteln betrieben werden. Sorptionskälteanlagen gelten immer als neu errichtete Anlagen.

Bei Vollsanierungen erfolgt der Austausch aller Hauptkomponenten der bestehenden Anlage, d. h. Verdichter und Verflüssiger/Kühlturm und Verdampfer/Luftkühler sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR-Technik). Voll sanierte Kompressions-Kälteanlagen  sind nur dann förderfähig, wenn in Zuge der Sanierung auf ein Kältemittel mit einem niedrigeren Treibhauspotential (GWP) umgestellt wird. Das GWP der Kältemittel der voll sanierten Anlage darf 1.500 nicht überschreiten. Kältemittel von voll sanierten Mono-Split-Klimaanlagen dürfen einen GWP von max. 750 haben.

Nicht förderfähig sind Umstellungen auf ein halogeniertes Kältemittel mit einem höheren GWP oder von einem nicht-halogenierten auf ein halogeniertes Kältemittel. Ebenfalls nicht förderfähig sind Versuchsanlagen und Anlagen, in die gebrauchte Komponenten eingebaut werden.

Bei Teilsanierungen erfolgt der Austausch einer oder mehrerer, aber nicht aller Hauptkomponenten. Bei kleinen Kompressionskälteanlagen sowie Sorptionskälteanlagen ist eine Teilsanierung nicht förderfähig. Die Höhe der Förderung für eine Teilsanierung ergibt sich anteilig aus dem für die Vollsanierung errechneten Förderbetrag nach folgender Tabelle.

Anteilige Förderung bei Teilsanierungen
HauptkomponenteProzent
Austausch des/der Verdichter(s)35 %
Austausch des/der Verflüssiger(s)/Kühlturm(s)15 %
Austausch des/der Verdampfer(s)/Luftkühler(s)15 %
Austausch der MSR-Technik15 %

Bonusförderung

Die Basisförderung kann um Bonusförderungen erhöht werden. Eine Bonusförderung wird nur dann gewährt, wenn die Bonusmaßnahme zusammen mit einer förderfähigen Basismaßnahme beantragt und umgesetzt wird. Einzelne Bonusfördertatbestände sind miteinander kombinierbar. Für die Berechnung der Höhe der Bonusförderung gelten folgende Werte für die Koeffizienten A und B:

Koeffizienten zur Berechnung der Förderhöhe bei Bonusförderung
Art der MaßnahmeParameterMaßeinheitAB
Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur AbwärmenutzungWärmespeicherkapazitätkWh8180,4592
Wärmepumpe zur Abwärmenutzung (für Wärmespeicher)Kälteleistung der WärmepumpekW6420,4434
Kältespeicher mit WärmeübertragerKältespeicherkapazitätkWh730,2911

Bei Einsatz von Freikühlern erhöht sich die Höhe der Basisförderung der jeweiligen Anwendung um 30 % (Freikühlerbonus). Bei der Vollsanierung von Bestandsanlagen erhöht sich die Basisförderung der jeweiligen Anwendung um 10 %, wenn das Kältemittel nach der Sanierung ein GWP < 750 aufweist.

Förderbeispiele in der Basisförderung

Typische Kälte- oder Klimaanlagen – Höhe der Basisförderung
Art der AnlageKälteleistungFörderbetrag NeuerrichtungFörderbetrag Vollsanierung
Kompressionskälteanlage im Supermarkt70 kW63.285,33 €47.464,00 €
Flüssigkeitskühlsatz300 kW20.475,73 €15.356,80 €
Sonstige Kompressionskälteanlage120 kW17.677,50 €13.258,99 €
Kompressionsklimaanlage80 kW9.704,47 €8.087,53 €
Kompressionskälteanlage mit Ammoniak250 kW80.266,71 €80.266,71 €
Sorptionskälteanlage500 kW71.375,09 €71.375,09 €

Förderbeispiele in der Bonusförderung

Typische Kälte- oder Klimaanlagen – Höhe der Bonusförderung
Art der MaßnahmeParameterKälteleistung oder SpeicherkapazitätFörderbetrag
WärmespeicherbonusWärmespeicherkapazität50 kWh6.785,10 €
WärmepumpenbonusKälteleistung der Wärmepumpe25 kW3.851,49 €
KältespeicherbonusKältespeicherkapazität50 kWh1.168,75 €

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Unternehmen. Seit dem 1. Oktober 2015 sind darüber hinaus gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen antragsberechtigt, unabhängig von der Gewinnerzielungsabsicht. Demnach sind Bundesländer sowie Landesbehörden nicht antragsberechtigt.

Der Antragsteller ist entweder Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks, auf dem sich die Anlage befindet, oder ein vom Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks beauftragtes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor).

Antragsverfahren

Antragstellung

Die Förderung wird auf Antrag gewährt. Anträge auf Förderung von Maßnahmen an einer Kälte- oder Klimaanlage können nur elektronisch über das vom BAFA bereitgestellte elektronische Formular „Antrag auf Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen“ gestellt werden. Mit dem Vorhaben darf allerdings erst nach Zugang des Zuwendungsbescheides begonnen werden. Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzuordnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags.

Der Antragsteller kann/sollte seinen Antrag elektronisch um Unterlagen oder Nachweise ergänzen, wie z. B.:

  • Organigramm der Unternehmensgruppe des Antragstellers, sofern der Antragsteller ein verbundenes Unternehmen ist,
  • Abgeschlossener Contracting-Vertrag, sofern der Antragsteller ein Contractor ist,
  • Zuwendungsbescheide bzw. Förderzusagen anderer Zuwendungsgeber für die zu fördernde Kälte- oder Klimaanlage,
  • Nachweis der Gemeinnutzigkeit, sofern der Antragsteller eine gemeinnützige Organisation ist.

Nach Antragstellung ist die als PDF-Dokument zur Verfügung gestellte „De-minimis“-Erklärung als Anhang zum Online-Antrag mit Originalunterschrift eines Vertretungsberechtigten des Antragstellers im „Upload-Bereich“ hochzuladen.

Entscheidung über den Antrag/Zuwendungsbescheid

Falls sich aus den eingereichten Unterlagen keine Ablehnungsgründe ergeben, erteilt das BAFA einen Zuwendungsbescheid. Für die Reihenfolge ist der Eingang der vollständigen Anträge maßgeblich. Ohne Vorlage der unterschriebenen „De-minimis“-Erklärung ist ein Antrag nicht vollständig. Sobald dem Antragsteller der Zuwendungsbescheid zugegangen ist, darf mit dem Vorhabenbegonnen werden, d. h. die Aufträge für Maßnahmen an der Kälte- und Klimaanlage dürfen vergeben werden. Planungsleistungen dürfen bereits vor Antragstellung erbracht werden.

Im Zuwendungsbescheid setzt das BAFA die Höhe der Förderung fest, aufgegliedert nach Basis- und Bonusförderung und teilt dem Antragsteller die einzuhaltenden Fristen (Abnahmefrist, Frist für die Einreichung des Verwendungsnachweises) sowie die Förderauflagen mit. Bei den Auflagen handelt es sich in der Regel und Effizienzmaßnahmen und Effizienzkomponenten, die an der Kälte- oder Klimaanlage durchgeführt oder verbaut sein müssen.

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller nach, dass er die Maßnahme wie bewilligt durchgeführt und die Auflagen erfüllt hat. Reichen Sie den Verwendungsnachweis für Ihre Anlage bitte ausschließlich über das elektronische Formular „Klima-Kälte Verwendungsnachweis“ ein.

Halten Sie bitte folgende Dokumente im pdf-Format bereit, damit Sie den Verwendungsnachweis vollständig einreichen können:

  • Vom Antragsteller unterschriebene Erklärung zum Verwendungsnachweis für Anträge auf Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Kälte- oder Klimaanlage
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Bonusmaßnahme(n), sofern Bonusmaßnahme(n) bewilligt wurde(n)
  • Vom Kälteanlagenbauer ausgefüllte Fachunternehmererklärung für Kompressionskälte- und Kompressionsklimaanlagen und/oder
    vom Kälteanlagenbauer ausgefüllte Fachunternehmererklärung für Sorptionsanlagen
  • Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild der Kälte- oder Klimaanlage
  • Vom Anlagenbetreiber bzw. Antragsteller und Kälteanlagenbauer unterschriebenes Inbetriebnahmeprotokoll/Abnahmeprotokoll (PDF, 93KB, Datei ist nicht barrierefrei)
  • Auf den Antragsteller ausgestellte Rechnungen für die kältetechnischen Anlagenteile und -systeme bzw. Nachweis, dass die beigefügten Rechnungen vom Antragsteller bezahlt wurden
  • Abgeschlossener Wartungsvertrag oder alternativ Nachweis einer firmeneinternen Wartung. Die firmeninterne Wartung muss von einem Meister, Techniker oder Ingenieur der Kältetechnik durchgeführt, überwacht und bestätigt werden. Die Anforderungen an die Sachkunde gemäß der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) sind zu erfüllen

Bei Kompressions-Kälteanlagen und Kompressions-Klimaanlagen ab fünf Kilowatt elektrischer Verdichterleistung ist zusätzlich ein Nachweis über den Einbau eines Elektroenergie-Messgeräts (ab 15 Kilowatt elektrischer Verdichterleistung fernauslesbar) mit Angabe des Inbetriebnahmedatums erforderlich.

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises.

Fristen

Die zu fördernde Kälte- bzw. Klimaanlage muss innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt des Zuwendungsbescheides abgenommen worden sein (Abnahmefrist).

Der Verwendungsnachweis ist dem BAFA innerhalb von drei Monaten nach Abnahme der Anlage, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Vorhabenslaufzeit bzw. der Abnahmefrist vorzulegen (Einreichungsfrist).

Die oben genannten Fristen werden im Zuwendungsbescheid festgelegt.

Förderverfahren für Anträge bis 31. Dezember 2016

Abweichend von den bisherigen Ausführungen gilt für Förderanträge, die bis einschließlich 31. Dezember 2016 beim BAFA eingereicht wurden:

Zusätzlich zur Basis- und Bonusförderung kann eine Beratungsförderung beantragt werden. Förderfähig sind die Kosten für die Erstellung des Effizienznachweises. Der Fördersatz beträgt 80 % der in Rechnung gestellten Kosten, maximal jedoch 1.000 Euro.

In der Basisförderung sind die Kosten aller Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufes sowie Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole förderfähig. Die Fördersätze betragen

  • bei Sanierung einer bestehenden Anlage 15 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein Kältemittel mit einem GWP < 2.500 verwendet wurde; 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde,
  • bei Errichtung einer neuen Anlage 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde,
  • 25 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten einer Sorptionsanlage.

In der Bonusförderung betragen die Fördersätze

  • 15 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten für Wärmeübertrager,
  • 20 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten für eine Wärmepumpe, wenn ein Kältemittel mit einem GWP < 2.500 verwendet wurde,
  • 25 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten, wenn ein halogenfreies Kältemittel verwendet wurde.

Details zu den förderfähigen Komponenten bzw. Kosten entnehmen Sie bitte dem Merkblatt zur Abgrenzung förderfähiger Kosten (PDF, 188KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Elektronisches Formular „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz"

Die Effizienz einer Kälte- oder Klimaanlage muss anhand des vom BAFA bereitgestellten elektronischen Formulars „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz“ von einem Sachkundigen der Kälte- und Klimatechnik nachgewiesen werden. Bei Kompressions- Kälte- und Klimaanlagen ist anzugeben, welche energieeffizienten Komponenten der Anlage in den Hauptsystemen

  • Verflüssiger/Gaskühler,
  • Verdampfer sowie
  • dem Gesamtsystem der Anlage

verbaut werden sollen. Durch die Auswahl bestimmter Komponenten vergibt das elektronische Formular spezifische Effizienzpunkte und errechnet den Energieeffizienzstatus. Das ist die Summe der Effizienzpunkte der ausgewählten Komponenten im Verhältnis zur maximal möglichen Gesamtpunktzahl. Details zum elektronischen Formular Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz sind im Technisches Merkblatt (PDF, 273KB, Datei ist nicht barrierefrei) zusammen gefasst.

Darüber hinaus erhebt bzw. ermittelt der Sachkundige Kälteleistung, Leistungsaufnahme, Verdampfungs-, Nutz- und Verflüssigungstemperatur, Jahreslaufzeit, Art und Menge des eingesetzten Kältemittels sowie die Kälteleistungszahl der Kälte- oder Klimaanlage. Ein Rohleitungs- und Instrumentenfließbild sowie eine Kurzdokumentation, in der Funktion und Einsatzzweck beschrieben werden, sind einzureichen.

Bei Sorptionskälteanlagen sind folgende Angaben erforderlich:

  • Genutzte Abwärme zum Betrieb der Sorptionskälte- bzw. -klimaanlage,
  • Gesamtkälteleistung der Anlage,
  • Leistung der Zusatzverbraucher.

Einstufung

Falls sich aus den eingereichten Unterlagen keine Ablehnungsgründe ergeben, stuft das BAFA die zu fördernde Anlage entweder als neue Anlage oder als zu sanierende Bestandsanlage ein. Grundlage für die Einstufung sind das Rohleitungs- und Instrumentenfließbild, die Angaben des Sachkundigen im Formular „Datenerhebung sowie Bewertung der Energieeffizienz“ sowie in seiner Kurzbeschreibung (nicht erforderlich bei Sorptionsanlagen). Das Ergebnis der Einstufung wird dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt.

Hinweise zur Einstufung entnehmen Sie bitte dem Technischen Merkblatt (siehe Publikationen).

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller die förderfähigen Kosten nach. Dazu reicht er Rechnungen ein, die vom BAFA geprüft werden und die Grundlage für die Bestimmung der förderfähigen Kosten bilden.

Ein vollständiger Verwendungsnachweis besteht aus folgenden Unterlagen:

  • Vollständig ausgefülltes Formular „Verwendungsnachweis“,
  • De-minimis-Bescheinigungen für bereits erhaltene De-minimis-Beihilfen,
  • Zuwendungsbescheide für weitere Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln für die Kälte- oder Klimaanlage,
  • Organigramm von Verbundunternehmen des Antragstellers mit Angabe der prozentualen Beteiligungen und/oder entsprechende Gesellschafterverträge oder Satzungen falls der Antragsteller ein Unternehmen ist,
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Kälte- oder Klimaanlage,
  • Vom Anlagenbetreiber bzw. Antragsteller und Anlagenbauer unterschriebenes Abnahmeprotokoll,
  • Auf den Antragsteller ausgestellte Rechnung(en) für die kältetechnischen Anlagenteile und -systeme bzw. Nachweis, dass die beigefügten Rechnungen vom Antragsteller bezahlt wurden,
  • Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild der Kälte- oder Klimaanlage,
  • ausgefülltes Pflichtformular zur Erhebung der förderfähigen Kosten von Kälte- und Klimaanlagen für Gebäude-, Produktions- Maschinen- und Serverkühlung.

Zusätzlich für die Förderung von Kompressions-Kälteanlagen und Kompressions-Klimaanlagen:

  • Nachweis über den Einbau eines fernauslesbaren Elektroenergie-Messgeräts mit Angabe des Inbetriebnahme-Datums,
  • Abgeschlossener Wartungsvertrag.

Zuwendungsbescheid und Auszahlung

Die Zuwendungsbescheide werden in der Reihenfolge des Eingangs der vollständigen Verwendungsnachweise erteilt. Mit dem Zuwendungsbescheid setzt das BAFA den Förderbetrag fest, aufgegliedert nach Beratungsförderung, Basisförderung und Bonusförderung. Sobald der Zuwendungsbescheid bestandskräftig ist (ein Monat nach Bekanntgabe) überweist das BAFA den Zuschuss auf das vom Antragsteller angegebene Konto.

Monitoring

Jeder Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über einen Zeitraum von fünf Jahren ab Abnahmedatum der geförderten Kälte- oder Klimaanlage jährlich bestimmte Betriebsdaten der Anlage für ein regelmäßiges Monitoring zur Verfügung zu stellen. Wird diese Auflage ganz oder teilweise nicht erfüllt, kann das BAFA die Förderung widerrufen. In diesem Fall kann auch der Zuschuss zurück gefordert werden. Die Meldepflicht gilt als erfüllt, wenn für jedes Betriebsjahr (beginnend mit dem Datum der Abnahme) mindestens eine Meldung abgegeben wird bzw. abgegeben wurde. Für die Abgabe der Meldung steht ein elektronisches Meldeformular bereit.

Häufige Fragen

Wann werden die Fördermittel ausgezahlt?

Die Fördermittel werden nach Prüfung des Verwendungsnachweises ausgezahlt.

Wann darf  mit der Durchführung der Maßnahme begonnen werden?

Die Auftragsvergabe darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheides erfolgen.

Für Förderanträge die bis einschließlich 31.12.2016 beim BAFA eingegangen sind, gilt abweichend davon: Mit dem Vorhaben darf begonnen werden, sobald der Förderantrag beim BAFA eingegangen ist, d. h. sobald der Antragsteller eine Eingangsbestätigung erhalten hat.

Welche Arten des Contractings sind förderfähig? Wie werden Energiedienstleistungsunternehmen (Contractoren) definiert?

Energiedienstleistungsunternehmen sind unter folgenden Voraussetzungen antragsberechtigt:

Ein Energiedienstleistungsunternehmen ist antragsberechtigt, wenn

  • der Hauptzweck seiner Geschäftstätigkeit die Bereitstellung von Energie ist.
  • es dem Contracting-Nehmer die Bereitstellung Kälte mittels einer Kälte- oder Klimaanlage in im Rahmen eines Contracting-Vertrages schuldet.

Der Contractingvertrag muss

  • eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren aufweisen, um ein regelmäßiges Monitoring sicher zu stellen.
  • vorsehen, dass der Contractor in dieser Zeit die Kälte- oder Klimaanlage betreibt und das Betreiberrisiko trägt.

Folgende Contracting-Varianten erfüllen diese Bedingungen:

Energieeinspar-Contracting (ESC)

Der Contractor übernimmt die Finanzierung, Planung, Umsetzung und Betreuung von Energiesparmaßnahmen. Vertragsgegenstand ist eine durch den Contractor garantierte Energiekosteneinsparung für den Contracting-Nehmer. Die gesparten Energiekosten erhält der Contractor anteilig als Vergütung.  Die Effizienzmaßnahmen des Contractors beziehen sich insgesamt auf die Reduzierung des Energiebedarfs, also auf Energiebereitstellung und Energieverbrauch.

Energieliefer-Contracting (ELC)

Der Contractor plant, baut, finanziert und unterhält eine Anlage zur Bereitstellung von Energie. Der Contracting-Nehmer bezieht die Energie zu festgelegten Konditionen. Vertragsgegenstand ist die Lieferung von Energie. Die Effizienzmaßnahmen des Contractors richten sich auf die Optimierung der Anlage.

Bei den folgenden Varianten sind die Bedingungen nicht erfüllt, d. h. bei diesen Varianten sind Energeiedienstungsunternehmen nicht antragsberechtigt:

Finanzierungs-Contracting (auch Anlagenbau-Leasing oder Third-Party-Financing genannt)

Bei dieser Variante liegt das Betreiberrisiko weiterhin beim Contractingnehmer. Dem Contractor obliegt die Finanzierung.

Betriebsführungs-Contracting

Bei dieser Variante steht die Kälte- oder Klimaanlage im Eigentum des Contractingnehmers und wird von diesem finanziert, ansonsten ist das Verfahren ähnlich dem Anlagencontracting. Beim Betriebsführungs-Contracting ist der Contracting-Nehmer antragsberechtigt.

Schein-Contracting

Wenn ein Contracting-Vertrag mit dem alleinigen Zweck abgeschlossen wird, Steuervorteile zu generieren und die Einwirkung des Dienstleisters nur fingiert ist, so spricht man von Schein-Contracting.

Welche Formen der Anlagenfinanzierung sind zulässig?

Eine Anlagenfinanzierung über Mietkauf einer Kälte- und Klimaanlage ist unter folgenden Bedingungen zulässig:

  • Der Mietkaufvertrag muss sich auf die Kälte- und/oder Klimaanlage beziehen, für die eine Förderung beantragt wurde. Mit Zahlung der letzten Rate des Mietkaufvertrages muss die Anlage in das Eigentum des Antragstellers übergehen.
  • Der Eigentumsübergang an den Antragsteller muss innerhalb von fünf Jahren nach Abnahme der Kälte- und/oder Klimaanlage erfolgen.
  • Zum Zeitpunkt der Auszahlung darf die Summe der gezahlten Raten nicht kleiner sein als der Auszahlungsbetrag.

Eine Anlagenfinanzierung über Leasing ist nicht zulässig, weil eine geleaste Anlage dem Leasingnehmer (Antragsteller) nur zur Nutzung überlassen wird und nicht in das Eigentum des Leasingnehmers übergeht. Eine Kaufoption im Leasingvertrag ist nicht ausreichend.

Darf die Anlagenplanung nach Antragseingang verändert werden?

Änderungen in der Anlagenplanung sind zulässig, müssen dem BAFA aber in jedem Fall mitgeteilt werden. Geht diese Mitteilung erst beim BAFA ein, nachdem der Zuwendungsbescheid bestandskräftig geworden ist, prüft das BAFA im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung, ob die geänderte Anlage weiterhin förderfähig ist. Voraussetzung für eine Auszahlung ist, dass die tatsächlich installierte Anlage alle Fördervoraussetzungen und -auflagen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, muss der Zuwendungsbescheid nach § 49 VwVfG widerrufen werden (Widerruf eines rechtmäßigen Verwaltungsaktes).

Ist die geänderte und tatsächlich installierte Anlage förderfähig, berechnet das BAFA den Förderbetrag neu und erlässt ein Änderungsbescheid, sofern der Förderbetrag vom bewilligten Betrag abweicht. Das BAFA zahlt aber maximal den ursprünglich bewilligten Förderbetrag aus, auch wenn die Neuberechnung einen höheren Betrag ergibt.

Stellt eine Verbund- oder Kaskadenanlage eine Anlage dar oder mehrere?

Für die Förderanträge, die ab dem 1. Januar 2017 eingegangen sind, gilt:

Sind mehrere Kälteanlagen auf der Kälteseite (d.h. über Kaltwasser oder Kältemittel) miteinander verbunden, so gelten diese als eine Anlage. Das gilt auch für Booster-Anlagen, zweistufige Anlagen und Kaskadenanlagen. Ein Antrag ist ausreichend.

Sind die Kälteanlagen unabhängig voneinander und nicht verbunden, so muss für jede Anlage, für die eine Förderung beantragt werden soll, ein separater Antrag gestellt werden.  Dies gilt auch für die Anlagenkombination bestehend aus Kompressionsanlage und Sorptionsanlage. Auch wenn diese kälteseitig miteinander verbunden sind, ist je ein Antrag für die Kompressionsanlage und für die Sorptionsanlage erforderlich.

Was zählt zu den förderfähigen Nettoinvestitionskosten?

Förderfähig sind alle Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufs sowie Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole. Weitere Details enthält das Merkblatt „Kälte- und Klimaanlagen – Abgrenzung der förderfähigen Kosten“. Die Fördersumme wird nur für Anträge bis einschließlich 31. Dezember 2016 anhand der förderfähigen Nettoinvestitionskosten berechnet. Für die Berechnung der Fördersumme für Anträge ab dem 1. Januar 2017 siehe unter Punkt „Förderhöhe“.

Welche Vorgaben sind bei der Berechnung der Kälteleistung zu beachten?

Die Kälteleistung ist grundsätzlich bei Verdichter-Nenndrehzahl beim Betrieb mit Netzfrequenz 50 Hertz zu berechnen. Dies gilt auch für Verdichter, die mit einer Drehzahlregelung (Frequenzumwandler) ausgestattet sind.

Folgende Temperaturen sind zugrunde zu legen:

Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsätzen (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 Grad Celsius Außenlufttemperatur  am Außenwärmetauscher (Verflüssiger) anzunehmen, bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 Grad Celsius Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Kondensators).
Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer CO2-Temperatur von 36 Grad Celsius am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.

Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser-Vorlaufs und den Heizwasser-Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 Grad Celsius anzunehmen.

Informationen zum Thema

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