Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Kälte- und Klimaanlagen

Das Förderprogramm ist ein Baustein der Nationalen Klimaschutzinitiative und soll dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht: Deutschlands Langfristziel ist es, bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden. Damit setzt die Bundesregierung das Ziel des Übereinkommens von Paris um, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Mittelfristiges Ziel ist das Senken der Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990.

Kühlregal Quelle: © Fotolia.com/adisa

Ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele kann dabei im Bereich der Kälte- und Klimatechnik durch Steigerung der Energieeffizienz, Minderung des Kältebedarfs sowie durch die weitere Reduktion der Emissionen fluorierter Treibhausgase geleistet werden. Deshalb fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit den stärkeren Einsatz von Klimaschutz-Technologien in der Kälte- und Klimatechnik durch Investitionszuschüsse.

Nach der Richtlinie zur Förderung von Kälte- und Klimaanlagen (Kälte-Klima-Richtlinie) vom 19. Dezember 2018 werden stationäre Kälte- und Klimaanlagen sowie Fahrzeug-Klimaanlagen in Bussen und Schienenfahrzeugen gefördert. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf die Richtlinie vom 19. Dezember 2018.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Bearbeitung der Förderanträge sowie die Auszahlung der Zuschüsse zuständig. Erfahren Sie hier mehr über die Fördertatbestände, das Antrags- und Förderverfahren sowie die rechtlichen Grundlagen.

Zum Förderverfahren

Fördergegenstand

Stationäre Anlagen

Gefördert werden stationäre Kälte- und Klimaanlagen, die mit nicht-halogenierten Kältemitteln betrieben werden, wenn

  1. diese neu errichtet bzw. neu installiert werden oder
  2. die Kälteerzeugungseinheit neu erstellt wird, jedoch das Kühlmittelsystem (Wasser-, Sole-, Luftverteilsystem) bestehen bleibt.

Bei diesen Anlagen werden zudem ergänzende Komponenten gefördert, beispielsweise Wärmepumpen sowie Wärme- und Kältespeicher, die den klimaschützenden Betrieb des Gesamtsystems zusätzlich verstärken.

Die Förderung von stationären Kälte- und Klimaanlagen umfasst im Einzelnen folgende Tatbestände:

  • Flüssigkeitskühlsätze mit den Kältemitteln der Sicherheitsklasse A3: Propan (R-290), Propen (R-1270), Isobutan (R-600a)
  • Flüssigkeitskühlsätze mit Kältemitteln der Sicherheitsklasse: Ammoniak (R-717), Gemisch aus Ammoniak und Dimethylether (R-723),
  • Andere Kälteerzeuger wie Adiabate Verdunstungskühlanlagen, Tiefkühlstufen mit R-744 in Kombination mit Flüssigkeitskühlsätzen gemäß a) oder b), Booster-Supermarkt- und Gewerbekälteanlagen mit R-744, Turboverdichter mit R-718, Ab- und Adsorptionsanlagen, Vakuumeiserzeuger (Turboverdichter) mit Nebenantrieben sowie Wärmeübertrager und Pumpe
  • Komponenten und Systeme wie Luftkühler, adiabate Rückkühler (Hybridkühler), Rückkühler für flüssigkeitsgekühlte Anlagen, eigenständige Wärmepumpe mit nicht-halogeniertem Kältemittel zur Abwärmenutzung der Kälteanlage(n), Kühlmöbel für Supermarkt-Kälteanlagen, Kühlsolekreisläufe, Systeme für Freikühlbetrieb
  • Speicher für Wärme und Kälte
  • Ausführungsplanung zur sachgerechten Auslegung einer Anlage sowie der funktionsgerechten Integration Kältetechnik in die Anlagentechnik
  • Kombination einer geförderten Kälte- oder Klimaanlage mit Anlagen zur Erzeugung von regenerativen Energien (Elektroenergie und Wärme) - Kombinattionsbonus.

Kälteerzeuger, Komponenten/Systeme und Wärmespeicher können nur dann gefördert werden, wenn ihre Leistung bzw. ihr Volumen innerhalb bestimmter Grenzen liegt, die in der Förderrichtlinie definiert sind.

Fahrzeug-Klimaanlagen

Gefördert werden Klimaanlagen, mit denen elektrisch betriebene Busse ab Werk ausgerüstet oder elektrisch betriebene Schienenfahrzeuge  nach- oder umgerüstet werden. Als Schienenfahrzeug gelten alle schienengebunden Fahrzeuge, also Lokomotiven und Wagons z.B. in Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen oder Regionalbahnen.

Die Klimaanlage muss mit Kohlenstoffdioxid (CO2) als Kältemittel (R-744) betrieben werden und eine Kälteleistung Q̇₀ von 5 bis 45 Kilowatt aufweisen. Der Bus oder das Schienenfahrzeug darf ausschließlich im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), einschließlich des Schienenpersonennahverkehrs, im Schienenpersonenfernverkehr sowie im Linienfernverkehr und im Gelegenheitsverkehr im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes eingesetzt und überwiegend auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland betrieben werden.

Förderhöhe

Stationäre Anlagen

Bei stationären Anlagen wird die Höhe der Förderung F in Euro nach der Formel:

F = (A * XB + C) * X

berechnet, wobei X eine Variable ist, die für die Kälteleistung  (kW) bzw. die Speicherkapazität (kWh) oder das Volumen (dm³) steht. A, B und C sind spezifische Koeffizienten, die von der Art des Kälteerzeugers  bzw. der Komponente oder des Speichers abhängen.

Bei der Berechnung der Kälteleistung sind die im Merkblatt Fachtechnik definierten technischen Auslegungsbedingungen für Kälteerzeuger und Wärmeübertrager zu beachten.

Bei Kühlsolekreisläufen mit Verrohrung, Dämmung, Fittings und Sole berechnet sich die Förderung F nach der Formel:

F = A * L* D + B

wobei L und D Variablen sind, die für die Rohrlänge (m) und den Rohrdurchmesser (mm) stehen. A und B sind spezifische Koeffizienten.

Kühlmöbel für Supermarkt-Kälteanlagen werden mit 400 € pro lfm Kühlmöbel gefördert. Bei Freikühlern werden die für den Freikühlbetrieb erforderlichen Komponenten und Systeme (Ventile, Leitungen, Reglerintegration etc.) gefördert. Der Zuschuss erhöht sich um 5 % der Förderung für den jeweiligen Kälteerzeuger und Rückkühler.

Die Ausführungsplanung wird mit folgenden Pauschalen gefördert:

  1. 500 Euro pro Luftkühler, mindestens 1.000 Euro, maximal 5.000 Euro,
  2. 000 Euro für die Integration eines oder mehrerer Wärmespeicher,
  3. 000 Euro für die Integration eines oder mehrerer Kältespeicher.

Die Kombination einer geförderten / förderfähigen Kälte- oder Klimaanlage mit Anlagen zur Erzeugung von regenerativen Energien (Bio-BHKW, PV-Anlage, Windstromanlage, Solarthermieanlage) wird ebenfalls mit folgenden Pauschalen gefördert:

  • 50 Euro pro Kilowatt bereitgestellter Spitzenleistung, maximal jedoch bis zum Doppelten der installierten elektrischen Antriebsleistung des geförderten Kälteerzeugers
  • 000 Euro für die Installation einer neuen Solarthermieanlage zum Antrieb einer Sorptionskälteanlage.

Die Förderung ist auf 150.000 Euro pro Maßnahme sowie auf maximal 50 % der förderfähigen Ausgaben begrenzt.

Koeffizienten A, B und C zur Berechnung der Förderhöhe

Die folgende Tabelle zeigt Werte der Koeffizienten A, B und C zur Berechnung der Förderhöhe.

Flüssigkeitskühlsätze mit Kältemitteln der Sicherheitsklasse A3: R-290, R-1270,
R-600a
ABC
Normalkühlung
Kompakt-Anlagen mit max. 100 g Kältemittel pro kW Kälteleistung, flüssigkeitsgekühlt, ein Kältemittelkreislauf, mit höchstens 80 g Kältemittel pro kW Kälteleistung2.946,23-0,7508-26,39
kombinierte Kompakt-Anlagen, flüssigkeitsgekühlt, mehrere Kältemittelkreisläufe, mit höchstens 80 g Kältemittel pro kW Kälteleistung32.649.844-3,1859192,49
Anlagen, flüssigkeitsgekühlt1.394,48-0,3892-17,43
Anlagen, luftgekühlt1.104,97-0,2964-66,21
Klima- und Prozesskälteanlagen
Kompakt-Anlagen, flüssigkeitsgekühlt, ein Kältemittelkreislauf, mit höchstens 80 g Kältemittel pro kW Kälteleistung2.786,02-0,7437-24,94
kombinierte Kompakt-Anlagen, flüssigkeitsgekühlt, mehrere Kältemittelkreisläufe, mit höchstens 80 g4.896-0,8842121,22
Anlagen, flüssigkeitsgekühlt1.247,53-0,3892-14,53
Anlagen, luftgekühlt1.373,43-0,4183-13,04
Flüssigkeitskühlsätze mit Kältemitteln der Sicherheitsklasse B2L: R-717, R-723
ABC
Normalkühlung
Anlagen, flüssigkeitsgekühlt1.237.5690,000041.237.073
Anlagen, luftgekühlt1.048,41-0,0656-566,34
Klima- und Prozesskälteanlagen
Anlagen, flüssigkeitsgekühlt9.247,30-0,861549,81
Anlagen, luftgekühlt941,99-0,35916,10
Andere Kälteerzeuger
ABC
Adiabate Verdunstungskühlanlagen3.567,45-1,078870,79
Booster-Supermarktkälteanlagen mit R-7441.192,79-0,427058,61
Booster- Gewerbekälteanlagen mit R-7441.192,79-0,427058,61
Turboverdichter mit R-71810000
Ab- und Adsorptionsanlagen1.484,38-0,2682-74,31
Vakuumeiserzeuger (Turboverdichter) mit Nebenantrieben, Wärmeübertrager, Pumpe9.669,6-0,61590,00
Komponenten und Systeme
ABC
Tiefkühlstufe mit R-744781,69-0,2153-210,4
Luftkühler für NK-Kälteanlagen233,20-1,000061,10
Luftkühler für AC- und Prozesskühlanlagen421,63-1,000023,32
Adiabate Rückkühler (Hybridkühler)82.239,4-1,594459,92
Rückkühler für flüssigkeitsgekühlte Anlagen26.700,02-3,499521,12
Wärmepumpe mit nicht-halogeniertem Kältemittel zur Abwärmenutzung1.246,73-0,5614-1,21
Kühlsolekreisläufe0,54657,60
Speichersysteme
ABC
Wasserspeicher
Warmwasser-Schichtenspeicher520,64-1,00340,38
Kaltwasserspeicher10,90-0,45120,08
Eis-Speicher
Betongehäuse mit Wärmeübertrager4.237,78-1,03262,26
Latentwärmespeicher (LWS)
Behälter mit LWS (Kapsel) bei tSp < -3°C6.257,9-1,490621,34

Fahrzeug-Klimaanlagen

Bei Fahrzeug-Klimaanalgen wird die Höhe der Förderung F in Euro nach der Formel:

F = (A * XB + C) * X

berechnet, wobei X die Variable für die Kälteleistung bezeichnet. A, B und C sind Koeffizienten mit folgenden Werten: A = 472,5; B = -1; C = 135.

Die Förderung ist auf 150.000 Euro pro Maßnahme sowie auf maximal 50 % der förderfähigen Ausgaben begrenzt. Bei Fahrzeug-Klimaanlagen ist als Maßnahme die Summe aller in einem Förderantrag zusammengefassten Fahrzeuge zu verstehen.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt für stationäre Anlagen sind Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Hochschulen und Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen, unabhängig von der Gewinnerzielungsabsicht. Nicht antragsberechtigt sind Bundesländer und deren Einrichtungen sowie landeseigene Gesellschaften mit Ausnahme der oben ausdrücklich genannten Einrichtungen. Der Antragsteller ist entweder Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks, auf dem sich die Anlage befindet, oder ein vom Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks beauftragtes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor).

Antragsberechtigt für Fahrzeug-Klimaanlagen in Fahrzeugen, die im ÖPNVöffentlicher Personennahverkehr eingesetzt werden, sind Gebietskörperschaften, Verkehrsverbünde sowie öffentliche und private Verkehrsunternehmen, die als Genehmigungsinhaber oder in deren Auftrag Beförderungsleistungen im ÖPNVöffentlicher Personennahverkehr erbringen. Antragsberechtigt für Fahrzeug-Klimaanlagen in  anderen Fahrzeugen sind auch sonstige Unternehmen. Der Antragsteller ist Eigentümer oder Betreiber der Fahrzeug-Klimaanlage(n).

Der Förderantrag darf vom Antragsteller selbst oder einer vom ihm bevollmächtigten natürlichen oder juristischen Person gestellt werden, sofern der Antragsteller dem BAFA die Kontaktdaten des Bevollmächtigen benennt und diesen zur Weitergabe und Vervollständigung sämtlicher Daten/Unterlagen bevollmächtigt, die im Rahmen des Antragsverfahrens vom BAFA erhoben werden sowie zur Erteilung von Auskünften und Abgabe von Stellungnahmen in Bezug auf die Antragsbearbeitung. 

Antragsverfahren

Antragstellung

Die Förderung wird auf Antrag gewährt. Anträge auf Förderung von Maßnahmen an einer Kälte- oder Klimaanlage können nur elektronisch über das vom BAFA bereitgestellte elektronische Formular „Antrag auf Förderung von Kälte- und Klimaanlagen“ gestellt werden. Im Antragsformular werden kältetechnische Parameter wie Kälteleistung, Verdichter- und Verdampferleistung der Kälteerzeuger sowie von Komponenten und Speichern abgefragt, die zum Teil von den Auslegungsbedingungen abhängen. Die Auslegungsbedingungen, die für die Berechnung dieser Parameter zugrunde zu legen sind sowie die Fördervoraussetzungen sind im Merkblatt Fachtechnik definiert und können dort nachgelesen werden.

Mit dem Vorhaben darf erst nach Zugang des Zuwendungsbescheides begonnen werden. Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzuordnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags.

Der Antragsteller kann/sollte seinen Antrag elektronisch um Unterlagen oder Nachweise ergänzen, wie z. B.:

  • Organigramm der Unternehmensgruppe des Antragstellers, sofern der Antragsteller ein verbundenes Unternehmen ist,
  • Abgeschlossener Contracting-Vertrag, sofern der Antragsteller ein Contractor ist,
  • Zuwendungsbescheide bzw. Förderzusagen anderer Zuwendungsgeber für die zu fördernde Kälte- oder Klimaanlage,
  • Nachweis der Gemeinnützigkeit, sofern der Antragsteller eine gemeinnützige Organisation ist.
  • Kälteleistungsberechnung
  • Funktionsschema / Fließbild

Nach Antragstellung ist die als PDF-Dokument zur Verfügung gestellte „De-minimis-Beihilfen“-Erklärung als Anhang zum Online-Antrag mit Originalunterschrift eines Vertretungsberechtigten des Antragstellers im „Upload-Bereich“ hochzuladen.

Entscheidung über den Antrag/Zuwendungsbescheid

Falls sich aus den eingereichten Unterlagen keine Ablehnungsgründe ergeben, erteilt das BAFA einen Zuwendungsbescheid. Für die Reihenfolge ist der Eingang der vollständigen Anträge maßgeblich. Ohne Vorlage der unterschriebenen „De-minimis-Beihilfen“-Erklärung ist ein Antrag nicht vollständig. Sobald dem Antragsteller der Zuwendungsbescheid zugegangen ist, darf mit dem Vorhaben begonnen werden, d. h. die Aufträge für Maßnahmen an der Kälte- und Klimaanlage dürfen vergeben werden. Planungsleistungen dürfen bereits vor Antragstellung erbracht werden.

Im Zuwendungsbescheid setzt das BAFA die Höhe der Förderung fest und teilt dem Antragsteller die einzuhaltenden Fristen (Abnahmefrist, Frist für die Einreichung des Verwendungsnachweises) sowie die Förderauflagen mit. Bei den Auflagen handelt es sich in der Regel um Effizienzmaßnahmen und Effizienzkomponenten, die an der Kälte- oder Klimaanlage durchgeführt oder verbaut sein müssen.

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller nach, dass er die Maßnahme wie bewilligt durchgeführt und die Auflagen erfüllt hat. Das BAFA wird an dieser Stelle mitteilen, wie der Verwendungsnachweis einzureichen ist und welche Dokumente beizufügen sind.

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises.

Fristen

Die zu fördernde Kälte- bzw. Klimaanlage muss innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt des Zuwendungsbescheides abgenommen worden sein (Abnahmefrist).

Der Verwendungsnachweis ist dem BAFA innerhalb von drei Monaten nach Abnahme der Anlage, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Abnahmefrist vorzulegen (Einreichungsfrist).

Die oben genannten Fristen werden im Zuwendungsbescheid festgelegt.

Förderverfahren für Anträge bis 31. Dezember 2018

Förderverfahren für Anträge bis 31. Dezember 2018

Abweichend von den bisherigen Ausführungen gilt für Förderanträge, die bis einschließlich 31. Dezember 2018 beim BAFA eingereicht wurden:

Für Förderanträge, die zwischen 01.01.2017 und dem 31.12.2018 beim BAFA eingegangen sind gelten die Bestimmungen der Kälterichtlinie vom 01.12.2016 und die Änderungen vom 20.10.2017. Nach dieser Richtlinie werden folgende Anlagenarten im Rahmen der Basisförderung gefördert: Kleine Kompressions-Kälteanlagen, Kompressions-Kälteanlagen mit Ammoniak als Kältemittel (außer Flüssigkeitskühlsätze), Kompressions-Kälteanlagen in Supermärkten, Kompressions-Kälteanlagen in der Gewerbe-, Industriekälte und in sonstigen Anwendungen, Kompressionsanlagen in der Klimakälte, Kompressionsanlagen in der Klima- und Prozesskälte (Flüssigkeitskühlsätze) sowie Sorptionsanlagen. Im Rahmen der Bonusförderung wurden Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur Abwärmenutzung, Wärmepumpen zur Abwärmenutzung (für Wärmespeicher), Kältespeicher mit Wärmeübertrager und Freikühler gefördert.

Die Höhe der Förderung hängt von der Kälteleistung ab, bei deren Bei der Berechnung der Kälteleistung sind bestimmte Temperaturen auf der Verdampfer-Seite und Verflüssiger-Seite einer Kälte- oder Klimaanlage zugrunde zu legen sind. Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsätzen (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 °C am Außenwärmetauscher (Verflüssiger), bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 °C Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Verflüssiger bzw. Kondensator) anzunehmen. Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer Temperatur von 36 °C am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.

Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser-Vorlaufs und des Heizwasser-Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 °C zugrunde zu legen.

Verwendungsnachweis

Im Verwendungsnachweis weist der Antragsteller nach, dass er die Maßnahme wie bewilligt durchgeführt und die Auflagen erfüllt hat. Reichen Sie den Verwendungsnachweis für Ihre Anlage bitte ausschließlich über das elektronische Formular „Klima-Kälte Verwendungsnachweis“ ein.

Halten Sie bitte folgende Dokumente im pdf-Format bereit, damit Sie den Verwendungsnachweis vollständig einreichen können:

  • Vom Antragsteller unterschriebene Erklärung zum Verwendungsnachweis für Anträge auf Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Kälte- oder Klimaanlage
  • Lieferungs- und Leistungsvertrag bzw. Bestellung und Auftragsbestätigung für die Bonusmaßnahme(n), sofern Bonusmaßnahme(n) bewilligt wurde(n)
  • Vom Kälteanlagenbauer ausgefüllte Fachunternehmererklärung für Kompressionskälte- und Kompressionsklimaanlagen und/oder
    vom Kälteanlagenbauer ausgefüllte Fachunternehmererklärung für Sorptionsanlagen
  • Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild der Kälte- oder Klimaanlage
  • Vom Anlagenbetreiber bzw. Antragsteller und Kälteanlagenbauer unterschriebenes Inbetriebnahmeprotokoll/Abnahmeprotokoll
  • Auf den Antragsteller ausgestellte Rechnungen für die kältetechnischen Anlagenteile und -systeme bzw. Nachweis, dass die beigefügten Rechnungen vom Antragsteller bezahlt wurden
  • Abgeschlossener Wartungsvertrag oder alternativ Nachweis einer firmeneinternen Wartung. Die firmeninterne Wartung muss von einem Meister, Techniker oder Ingenieur der Kältetechnik durchgeführt, überwacht und bestätigt werden. Die Anforderungen an die Sachkunde gemäß der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) sind zu erfüllen

Bei Kompressions-Kälteanlagen und Kompressions-Klimaanlagen ab fünf Kilowatt elektrischer Verdichterleistung ist zusätzlich ein Nachweis über den Einbau eines Elektroenergie-Messgeräts (ab 15 Kilowatt elektrischer Verdichterleistung fernauslesbar) mit Angabe des Inbetriebnahmedatums erforderlich

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises.

Monitoring

Jeder Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über einen Zeitraum von fünf Jahren ab Abnahmedatum der geförderten Kälte- oder Klimaanlage jährlich bestimmte Betriebsdaten der Anlage für ein regelmäßiges Monitoring zur Verfügung zu stellen. Wird diese Auflage ganz oder teilweise nicht erfüllt, kann das BAFA die Förderung widerrufen. In diesem Fall kann auch der Zuschuss zurück gefordert werden. Die Meldepflicht gilt als erfüllt, wenn für jedes Betriebsjahr (beginnend mit dem Datum der Abnahme) mindestens eine Meldung abgegeben wird bzw. abgegeben wurde. Für die Abgabe der Meldung steht ein elektronisches Meldeformular bereit.

Häufige Fragen

Wann werden die Fördermittel ausgezahlt?

Die Fördermittel werden nach Prüfung des Verwendungsnachweises ausgezahlt.

Wann darf  mit der Durchführung der Maßnahme begonnen werden?

Die Auftragsvergabe darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheides erfolgen.

Welche Arten des Contractings sind förderfähig? Wie werden Energiedienstleistungsunternehmen (Contractoren) definiert?

Ein Energiedienstleistungsunternehmen ist antragsberechtigt, wenn

  • der Hauptzweck seiner Geschäftstätigkeit die Bereitstellung von Energie ist,
  • es dem Contracting-Nehmer die Bereitstellung von Kälte mittels einer Kälte- oder Klimaanlage  im Rahmen eines Contracting-Vertrages schuldet.

Der Contractingvertrag muss eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren aufweisen, um ein regelmäßiges Monitoring sicher zu stellen und vorsehen, dass der Contractor in dieser Zeit die Kälte- oder Klimaanlage betreibt und das Betreiberrisiko trägt. Das Energieeinspar-Contracting (ESC) und das Energieliefer-Contracting (ELC) erfüllen diese Bedingungen und stellen daher förderfähige Contracting-Varianten dar.

Energieeinspar-Contracting (ESC)

Der Contractor übernimmt die Finanzierung, Planung, Umsetzung und Betreuung von Energiesparmaßnahmen. Vertragsgegenstand ist eine durch den Contractor garantierte Energiekosteneinsparung für den Contracting-Nehmer. Die gesparten Energiekosten erhält der Contractor anteilig als Vergütung.  Die Effizienzmaßnahmen des Contractors beziehen sich insgesamt auf die Reduzierung des Energiebedarfs, also auf Energiebereitstellung und Energieverbrauch.

Energieliefer-Contracting (ELC)

Der Contractor plant, baut, finanziert und unterhält eine Anlage zur Bereitstellung von Energie. Der Contracting-Nehmer bezieht die Energie zu festgelegten Konditionen. Vertragsgegenstand ist die Lieferung von Energie. Die Effizienzmaßnahmen des Contractors richten sich auf die Optimierung der Anlage

Nicht förderfähig sind folgende Contracting-Varianten:

  • Finanzierungs-Contracting (auch Anlagenbau-Leasing oder Third-Party-Financing genannt),
  • Betriebsführungs-Contracting und Schein-Contracting

Darf die Anlagenplanung nach Antragseingang verändert werden?

Änderungen in der Anlagenplanung sind zulässig, müssen dem BAFA aber in jedem Fall mitgeteilt werden. Geht diese Mitteilung erst beim BAFA ein, nachdem der Zuwendungsbescheid bestandskräftig geworden ist, prüft das BAFA im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung, ob die geänderte Anlage weiterhin förderfähig ist. Voraussetzung für eine Auszahlung ist, dass die tatsächlich installierte Anlage alle Fördervoraussetzungen und -auflagen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, muss der Zuwendungsbescheid nach § 49 VwVfG widerrufen werden (Widerruf eines rechtmäßigen Verwaltungsaktes).

Ist die geänderte und tatsächlich installierte Anlage förderfähig, berechnet das BAFA den Förderbetrag neu und erlässt ein Änderungsbescheid, sofern der Förderbetrag vom bewilligten Betrag abweicht. Das BAFA zahlt aber maximal den ursprünglich bewilligten Förderbetrag aus, auch wenn die Neuberechnung einen höheren Betrag ergibt.

Stellt eine Verbund- oder Kaskadenanlage eine Anlage dar oder mehrere?

Sind mehrere Kälteanlagen auf der Kälteseite (d.h. über Kaltwasser oder Kältemittel) miteinander verbunden, so gelten diese als eine Anlage. Das gilt auch für Booster-Anlagen, zweistufige Anlagen und Kaskadenanlagen. Ein Antrag ist ausreichend.

Sind die Kälteanlagen unabhängig voneinander und nicht verbunden, so muss für jede Anlage ein separater Antrag gestellt werden.  Dies gilt auch für die Anlagenkombination bestehend aus Kompressionsanlage und Sorptionsanlage. Auch wenn diese kälteseitig miteinander verbunden sind, ist je ein Antrag für die Kompressionsanlage und für die Sorptionsanlage erforderlich.

Für Förderanträge, die ab 01.01.2019 beim BAFA eingehen, sind die Ausführungen zur Antragstellung bei Einzel- und Verbundanlagen im Merkblatt Fachtechnik zu beachten.

Was zählt zu den förderfähigen Nettoinvestitionskosten?

Zu den förderfähigen Ausgaben zählen die Nettoinvestitionskosten aller Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufs sowie der Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole. Weitere Details enthält das Merkblatt „Kälte- und Klimaanlagen – Abgrenzung der förderfähigen Kosten“.

Welche Vorgaben sind bei der Berechnung der Kälteleistung zu beachten?

Für Förderanträge, die ab dem 01.01.2019 eingegangen sind, sind die im Merkblatt Fachtechnik definierten technischen Auslegungsbedingungen für Kälteerzeuger und Wärmeübertrager zu beachten.

Für Förderanträge, die zwischen dem 01.01.2017 und dem 31.12.2018 beim BAFA eingegangen sind gilt:

Die Kälteleistung ist grundsätzlich bei Verdichter-Nenndrehzahl beim Betrieb mit Netzfrequenz 50 Hertz zu berechnen. Dies gilt auch für Verdichter, die mit einer Drehzahlregelung (Frequenzumwandler) ausgestattet sind.

Folgende Temperaturen sind zugrunde zu legen:

Bei Direkt-Verdampfungs-Kälteanlagen bzw. Flüssigkeitskühlsätzen (Kälteanlagen mit indirekter Verdampfung) sind auf der Verdampfer-Seite projektspezifische Verdampfungs-Temperaturen bzw. projektspezifische Vorlauf-Temperaturen anzunehmen. Auf der Verflüssiger-Seite sind bei luftgekühlten Kälteanlagen 35 Grad Celsius Außenlufttemperatur  am Außenwärmetauscher (Verflüssiger) anzunehmen, bei wassergekühlten Kälteanlagen 30 Grad Celsius Wassertemperatur am Einlass des Verflüssigers (Kondensators). Bei CO2-Booster Anlagen soll mit einer CO2-Temperatur von 36 Grad Celsius am Austritt des Gaskühlers gerechnet werden.

Für Sorptions-Kälteanlagen sind projektspezifische Werte für die Temperaturen des Kaltwasser-Vorlaufs und den Heizwasser-Vorlaufs anzunehmen. Für die Wassertemperatur am Rückkühler-Austritt sind 30 Grad Celsius anzunehmen.

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