Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Förderung von Querschnittstechnologien

Industriearbeiter mit Notebook Quelle: © Fotolia.com/branex

Die Bundesregierung hat sich ambitionierte Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt. Diese wurden mit der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) bekräftigt. Um diese Ziele zu erreichen, hat sie einen Energieeffizienzfonds zur Förderung der rationellen und sparsamen Energieverwendung aufgelegt, auf dessen Grundlage unter anderem die Förderung hocheffizienter Querschnittstechnologien vorgesehen ist. Mit ihrer Hilfe sollen die bestehenden Einsparpotentiale erschlossen und Ressourcen eingespart werden.

Die aktuelle Richtlinie zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien wurde am 10. Mai 2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das Förderprogramm wird bis Ende 2019 fortgeführt.

Verbesserungen durch die neue Förderrichtlinie

Folgende wesentliche Änderungen haben sich im Vergleich zur zum 31. Dezember 2015 ausgelaufenen Förderrichtlinie ergeben:

  • Antragsberechtigt sind nun auch große Unternehmen ab 500 Beschäftigten
  • Anträge können nun auch nach Artikel 38 AGVO gewährt werden
  • Förderfähig sind ab sofort auch Neuanschaffung
  • Föderfähig sind zusätzlich Wärmerückgewinnungs- und Abwärmenutzungsmaßnahmen sowie Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen
  • Fördervoraussetzung bei der Optimierung technischer Systeme ist nun nur noch die Optimierung einer einzigen Querschnittstechnologie
  • Die Förderhöchstgrenze bei Einzelmaßnahmen von 30.000 Euro bezieht sich ab sofort auf den maximalen Förderbetrag, nicht mehr auf die maximal förderfähigen Ausgaben
  • Der maximale Förderbetrag bei Anträgen mit industriellen Pumpensystemen wurde auf 150.000 Euro angehoben
  • Nicht mehr gefördert werden Pumpen, die in Heizkreisen von Gebäuden zur Versorgung mit Heizwärme und Warmwasser genutzt werden (Einzelmaßnahmen) sowie Investitionen zur Erneuerung von Beleuchtungssystemen (Optimierung technischer Systeme)

Zum Förderverfahren

Antragsberechtigung

Unternehmen aller Größenklassen der gewerblichen und industriellen Wirtschaft mit einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland sowie Energiedienstleister (Contractoren) sind förderfähig.

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden investive Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz durch den Einsatz von hocheffizienten am Markt verfügbaren Querschnittstechnologien.

Zwei unterschiedliche Verfahren (Förderstränge) sind hierbei zu unterscheiden:

Einzelmaßnahmen

Im Verfahren Einzelmaßnahmen werden der Ersatz und die Neuanschaffung von einzelnen Anlagen beziehunsgweise Aggregaten gefördert

Förderfähige Einzelmaßnahmen umfassen dabei unter anderem folgende Querschnittstechnologien:

  • Elektrische Motoren und Antriebe
  • Pumpen für industrielle und gewerbliche Anwendung, soweit nicht in Heizkreisen von Gebäuden zur Versorgung mit Heizwärme und Warmwasser genutzt
  • Ventilatoren in lufttechnischen sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen
  • Drucklufterzeuger sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung in Drucklufterzeugungsanlagen
  • Wärmerückgewinnungs- beziehungsweise Abwärmenutzungsanlagen in Prozessen innerhalb des Unternehmens soweit im Merkblatt vom BAFA geregelt
  • Dämmung von industriellen Anlagen beziehungsweise Anlagenteilen (Ausnahmen sind der Richtlinie zu entnehmen).

Die Förderfähigkeit wird anhand technischer Effizienzkriterien beurteilt. Detaillierte Informationen zu den förderfähigen Maßnahmen finden Sie im Merkblatt Einzelmaßnahmen (Anträge 2016) (PDF, 789KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Optimierung technischer Systeme

Bei der Optimierung technischer Systeme wird auf der Grundlage eines unternehmensindividuellen Energieeinsparkonzeptes der Ersatz sowie die Neuanschaffung förderfähiger Querschnittstechnologien bezuschusst. Darüber hinaus können Maßnahmen gefördert werden, die dazu beitragen, die Energieeffizienz einer Querschnittstechnologie unter Berücksichtigung ihrer Systemanbindung zu verbessern. Näheres hierzu regelt das Merkblatt Optimierung technischer Systeme (Anträge 2016) (PDF, 491KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Im Förderstrang Optimierung technischer Systeme ist zu Beginn durch einen Energieberater im Rahmen einer detaillierten Energieberatung ein Energieeinsparkonzept zu erstellen, in dem die Verwendung von hocheffizienten Querschnittstechnologien zur Optimierung des betrachteten Systems geprüft und bewertet wurde. Die Maßnahmen sind nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 25 % gegenüber dem IST-Zustand des jeweiligen technischen Systems erzielt und nachgewiesen wird. Neuanschaffungen werden nur gefördert, wenn diese hocheffizient sind. Dabei erfolgt der Effizienznachweis über die im Merkblatt zur Einzelmaßnahme festgelegten Mindesteffizienzkriterien.

Art und Höhe der Förderung

  1. Im Verfahren Einzelmaßnahmen werden der Ersatz und die Neuanschaffung von einzelnen Anlagen beziehungsweise Aggregaten ab einem Netto-Investitionsvolumen von 2.000 Euro mit einem Förderbetrag von bis zu 30.000 Euro je Vorhaben (Standort) bezuschusst.
  2. Bei der Optimierung technischer Systeme liegt das  Mindest-Netto-Investitionsvolumen bei 20.000 Euro. Der maximale Förderbetrag beträgt 100.000 Euro. Beinhaltet der Antrag Maßnahmen zur Optimierung industrieller oder gewerblicher Pumpensysteme, so wird ein Förderbetrag von bis zu 150.000 Euro gewährt.

Antragsverfahren

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über die auf der Webseite veröffentlichten elektronischen Antragsformulare.

Insgesamt muss ein vollständiger Antrag folgende Dokumente enthalten:

  • Vollständig ausgefülltes elektronisches Antragsformular,
  • Nachweis der Effizienzkriterien (Produktdatenblatt) für die Einzelmaßnahmen beziehungsweise ein Energieeinsparkonzept für die Optimierung technischer Systeme, Unternehmensregistrierung (Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Auszug aus der Handwerksrolle)

Vollmacht für Energieberater

Um die Einbindung des Energieberaters in das Antragsverfahren zu erleichtern, nutzen Sie bitte die Vollmacht für Energieberater (PDF, 68KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Häufige Fragen

Antragstellung

Wie kann ein Antrag gestellt werden?

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das veröffentlichte elektronische Antragsformular.

Welche Dokumente und Unterlagen werden bei der Antragstellung benötigt?

Insgesamt muss ein vollständiger Antrag folgende Dokumente enthalten:

  • vollständig ausgefülltes elektronisches Antragsformular,
  • Nachweis der Effizienzkriterien (Produktdatenblatt) für die Einzelmaßnahmen beziehungsweise ein Energieeinsparkonzept für die Optimierung technischer Systeme,
  • Unternehmensregistrierung (Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Auszug aus der Handwerksrolle).

Was ist ein Energiedienstleistungsunternehmen beziehungsweise Contracting-Unternehmen?

Der Begriff Contracting ist definiert durch DIN 8930 – Teil 5: Energie-Contracting ist ein integriertes Energiedienstleistungsprodukt, um die Energie- und Kosteneffizienz von Gebäuden oder Produktionsbetrieben langfristig zu verbessern. Ein externer Energiedienstleister, ein sogenannter Contractor, erbringt ein modulares Maßnahmenpaket aus den Komponenten Planung, Bau, Betrieb und Instandsetzung, Optimierung, Brennstoffbeschaffung, Finanzierung, Nutzermotivation. Der Contractor übernimmt technisch-wirtschaftliche Risiken und gibt Garantien für die Kosten und Ergebnisse der Energiedienstleistung über die gesamte Vertragslaufzeit. Charakteristische Merkmale des Contractings in Abgrenzung zu anderen Energiedienstleistungen stellen die Übernahme von Garantieleistungen über eine längere Vertragslaufzeit und das Tätigen von Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen auf eigenes Risiko durch den Contractor dar.

Was muss ich als Contractor bei der Antragstellung beachten?

Bei der Antragstellung durch ein Contracting-Unternehmen muss sowohl das Contracting-Unternehmen als auch das Unternehmen, in welchem die Maßnahme durchgeführt wird, nach der Richtlinie für Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien antragsberechtigt sein.

Mit der Beantragung muss ein Entwurf des Contracting-Vertrages vorgelegt werden, der folgende Informationen enthält:

  1. Eindeutige Benennung der Vertragsparteien,
  2. Mindestlaufzeit des Contracting-Vertrages von drei Jahren,
  3. Contracting-Dienstleistung (beantragte Fördermaßnahmen).

Auf welches Jahr beziehen sich die Angaben Beschäftigte und Jahresumsatz beziehungsweise Jahresbilanzsumme?

Die Angaben zur Anzahl der Beschäftigten sowie zum Jahresumsatz und zur Jahresbilanzsumme beziehen sich immer auf den Zeitpunkt der Antragstellung. Sollten keine aktuellen Zahlen zur Verfügung stehen oder diese nur unter erschwerten Bedingungen ermittelbar sein, können die Zahlen des zuletzt abgeschlossenen Geschäftsjahres (Jahresabschluss) verwendet werden.

Wie müssen die Kosten aufgeschlüsselt werden?

Nach Möglichkeit sollten die Ausgaben auf Basis eines konkreten Angebots kalkuliert werden. Die Ausgaben für Planung und Installation müssen separat ausgewiesen werden. Planungs- und Installationskosten sind nach der Richtlinie bis zu einem Anteil von maximal 30 Prozent der Investitionskosten gedeckelt. Die Kopien der Rechnungen müssen somit Aufschluss über die Nettoinvestitionskosten der Querschnittstechnologie(n) sowie über die Installations- und Planungskosten (Netto) geben. Lohnkosten sind von den Materialkosten getrennt auszuweisen.

Ab wann darf mit den geplanten Maßnahmen begonnen werden?

Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen vor Antragstellung auf Förderung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorhabensbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Für den Zeitpunkt der Antragstellung ist das Datum des Antragseingangs beim BAFA relevant. Eine Auftragserteilung nach Eingang des Antrages im BAFA ist im Hinblick auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn förderunschädlich. Sie können somit mit der Umsetzung der geplanten Maßnahme – auf eigenes finanzielles Risiko – nach Eingang des Antrags im BAFA beginnen oder aber erst die Entscheidung über den Antrag abwarten.

Kann die Finanzierung im Rahmen eines Mietkaufs oder Leasing erfolgen?

Generell ist die Finanzierung der Investition über einen Mietkauf oder Leasing kein Ausschlusskriterium für die Zuwendungsfähigkeit der Maßnahme. Jedoch gilt es zu beachten, dass nur die im Bewilligungszeitraum getätigten Auszahlungen gefördert werden können. Die volle Förderung in Höhe von 30 Prozent der Mietkauf- oder Leasing-Rechnung kann nur dann gewährt werden, wenn die gesamten Auszahlungen in Form der monatlichen Ratenzahlungen innerhalb des Bewilligungszeitraums getätigt wurden. Ansonsten wird die Förderung bei Prüfung des Verwendungsnachweises auf den entsprechenden Betrag, das heißt 30 Prozent der tatsächlich nachgewiesenen Auszahlungen, gekürzt. Die vollständigen Verwendungsnachweise sind spätestens drei Monate nach Ende des neun-monatigen Bewilligungszeitraums dem BAFA vorzulegen.

Das BAFA ist verpflichtet, die zweckentsprechende Verwendung der Zuwendung durch eine laufende (verwaltungsmäßige und fachliche) Kontrolle zu überwachen. Inhalt und Verfahren der Prüfung des Verwendungsnachweises ergeben sich insbesondere aus VV Nr. 11 zu § 44 BHO--Bundeshaushaltsordnung sowie den Allgemeinen Nebenbestimmungen zur Projektförderung (ANBest-P). Nach Nr. 6 ANBest-P muss der Nachweis der Verwendung alle mit dem Zuwendungszweck zusammenhängenden Einnahmen und Ausgaben enthalten.

Kann die Finanzierung über zinsvergünstigte Kredite der KfW oder der Landesbanken erfolgen?

Die Finanzierung der Investition über zinsvergünstigte Kredite der KfW und der Landesbanken ist möglich, sofern die Summe des Subventionswerts aus Krediten und dem vom BAFA gezahlten Zuschuss die Summe der Ausgaben nicht übersteigt.

Ich habe versucht Dokumente hochzuladen, der Upload wird aber abgebrochen. Was muss ich tun?

Das Problem kann verschiedene Ursachen haben:

  • die firmeninterne Firewall blockt den Upload
  • geringe Internetleistung, so dass nach einer Zeitüberschreitung ein Abbruch des Uploads erfolgt
  • kein aktueller Browser
  • es handelt sich nicht um eine PDF-Datei

Einzelmaßnahmen

Können unterschiedliche Querschnittstechnologien in einem Einzelmaßnahmen-Antrag kombiniert werden?

Eine Kombination verschiedener Querschnittstechnologien in einem Antrag ist möglich. Gefördert werden die im Merkblatt Einzelmaßnahmen unter Punkt 6 aufgeführten Querschnittstechnologien, sofern die geforderten Effizienzkriterien nachgewiesen werden.

Ist es Unternehmen mit mehreren Standorten möglich, für jeden Standort eine Einzelmaßnahme zu beantragen?

Ja, das ist möglich. Folgende Optionen stehen hierbei zur Verfügung:

  1. Alle Standorte werden in einem Antrag zusammengefasst. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass sich die maximal mögliche Zuwendung für alle Standorte zusammen auf 30.000 Euro beläuft.
  2. Es wird je Standort ein Antrag gestellt. Da die Zuwendungen je Vorhaben – als Vorhaben gilt die Summe aller Einzelmaßnahmen an einem Standort – auf einen Betrag von 30.000 Euro begrenzt ist, kann bei Maßnahmen die sich auf mehrere Standorte verteilen, für jeden Standort ein Antrag gestellt werden. Somit wäre je Standort (Vorhaben) eine Zuwendung von bis zu 30.000 Euro möglich.

Ist es Unternehmen möglich, innerhalb der Laufzeit des Förderprogramms mehrmals Einzelmaßnahmen für ein Objekt zu beantragen?

Die mehrfache Antragstellung ist sowohl bei Einzelmaßnahmen als auch beim systemischen Ansatz generell möglich. Zu beachten ist jedoch, dass für ein und dieselbe Maßnahme nicht mehrfach Anträge auf Förderung gestellt werden dürfen. Sollte es sich jedoch um unterschiedliche Maßnahmen handeln, kann, sofern das Mindestnettoinvestitionsvolumen von 2.000 Euro je Antrag gegeben ist, für ein Objekt mehrfach die Förderung von Einzelmaßnahmen beantragt werden. Zu beachten ist jedoch, dass je Standort (Vorhaben) eine Zuwendung von maximal 30.000 Euro möglich ist.

Muss für die Antragstellung einer Einzelmaßnahme ein Energieberater hinzugezogen werden?

Die Beauftragung eines Energieberaters ist für die Förderung von Einzelmaßnahmen nicht vorgeschrieben.

Optimierung technischer Systeme

Gibt es ein Musterbeispiel für das geforderte Energieeinsparkonzept im Rahmen der Optimierung technischer Systeme, zwecks Vereinheitlichung innerhalb der Energieberaterkooperation?

Der Aufbau eines Energieeinsparkonzepts wird im Merkblatt zur Erstellung von Energieeinsparkonzepten ausführlich dargestellt. Neben der detaillierten Beschreibung der Systeme sollte das Hauptaugenmerk auf die Berechnung der Energieeinsparung der durchzuführenden Maßnahmen gelegt werden. Hierbei sollte die Datengrundlage erklärt und die Berechnungsmethodik nachvollziehbar dargestellt werden. Ziel der Ist-Analyse ist es, den aktuellen Zustand der Anlagentechnik zu analysieren und zu dokumentieren. Ein fundierter Überblick über die derzeitige Situation der Anlagentechnik ist die Grundlage für die Optimierung. Für eine Bewertung des Förderantrags ist es wichtig, dass das Konzept eindeutig die beantragten Maßnahmen beschreibt und deren Umsetzung darlegt. Die Berechnungsmethoen und Messungen müssen plausibel und nachvollziehbar sein und sollten für jedes betrachtete System insbesondere folgende Punkte enthalten:

  1. Beschreibung und Bewertung des Ist-Zustandes (Systemgrenzen, Energieströme, Betriebsdynamik)
  2. Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung mit Betrachtung der aufgeführten Querschnittstechnologien
  3. Berechnung der geplanten Endenergieeinsparung (Darlegung der Berechnungsmethodik) 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt zur Optimierung technischer Systeme.

Was ist unter einem technischen System zu verstehen, wie weit können die Systemgrenzen ausgelegt werden?

Bedingung eines förderfähigen technischen Systems ist das Vorhandensein einer der unter Punkt 2 im Merkblatt zur technischen Optimierung beschriebenen Querschnittstechnologien. Die Optimierung technischer Systeme umfasst dabei alle Anlagen- bezeihungsweise Anlagenteile, die dazu beitragen, die Energieeffizienz einer Querschnittstechnologie unter Berücksichtigung ihrer Systemanbindung zu verbessern. Förderfähige Maßnahmen neben dem Ersatz und der Neuanschaffung der Querschnittstechnologie müssen sich somit unmittelbar positiv auf die Energieeffizienz des betrachteten (Teil-)Systems und die ausgetauschte Querschnittstechnologie auswirken.

Können komplette Produktionsanlagen als Netto-Investitionskosten ausgewiesen werden, wenn nachgewiesen wird, dass eine Querschnittstechnologie im System vorhanden ist?

Bei Investitionen in Produktionsanlagen, Maschinen (zum Beispiel Werkzeugmaschinen) und Fertigungseinrichtungen inklusive kompletter Bearbeitungszentren sowie in die darin eingebauten Querschnittstechnologien handelt es sich nicht um förderfähige Maßnahmen im Sinne der Förderrichtlinie.

Werden bei einer Optimierung eines Heizsystems auch neue Kessel bezeihungsweise der Einbau und Einsatz einer KWK-Anlage gefördert?

Wärmeerzeuger, wie auch Blockheizkraftwerke, sind nicht Fördergegenstand im Rahmen dieser Richtlinie.

Ist für eine genauere Datenerfassung und Zuordnung des Stromverbrauchs auf die einzelnen (Teil)-Systeme die Anschaffung eines sogenannten Messkoffers im Vorwege förderfähig?

Die Anschaffung von Messtechnik durch den Antragsteller ist grundsätzlich förderfähig. Eine Auszahlung kann immer erst nach positiver Prüfung des Verwendungsnachweises erfolgen.

Ist es Unternehmen möglich, innerhalb der Förderhöchstgrenze von 100.000 Euro mehrmals eine Optimierung technischer Systeme für ein Objekt zu beantragen?

Die mehrfache Antragstellung ist sowohl bei Einzelmaßnahmen als auch beim systemischen Ansatz generell möglich.  Zu beachten ist jedoch, dass für ein und dieselbe Maßnahme nicht mehrfach Anträge auf Förderung gestellt werden dürfen. Sollte es sich jedoch um unterschiedliche Maßnahmen handeln, kann, sofern das Mindestnettoinvestitionsvolumen von 20.000 Euro je Antrag gegeben ist, für ein Objekt mehrfach die Förderung einer Optimierung technischer Systeme beantragt werden. Zu beachten ist jedoch, dass je Standort (Vorhaben) eine Zuwendung von maximal 100.000 Euro möglich ist. Bei Vorhaben mit industriellen oder gewerblichen Pumpensystemen beträgt die maximal zulässige Zuwendung 150.000 Euro, sofern die Investitionskosten für die Pumpensysteme dabei mindestens 50.000 Euro betragen.

Ist es Unternehmen mit mehreren Standorten möglich, für jeden Standort eine Optimierung technischer Systeme zu beantragen?

Ja, das ist möglich. Folgende Optionen stehen hierbei zur Verfügung:

  1. Alle Standorte werden in einem Antrag zusammengefasst. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass sich die maximal mögliche Zuwendung für alle Standorte zusammen auf 100.000 Euro bzw. 150.000 Euro (Pumpensysteme) beläuft.
  2. Es wird je Standort ein Antrag gestellt. Da die Zuwendungen je Vorhaben – als Vorhaben gilt die Summe aller Maßnahmen an einem Standort – auf einen Betrag von 100.000 Euro bzw. 150.000 Euro (Pumpensysteme) begrenzt ist, kann bei Maßnahmen die sich auf mehrere Standorte verteilen für jeden Standort ein Antrag gestellt werden. Somit wäre je Standort (Vorhaben) eine Zuwendung von bis zu 100.000 Euro bzw. 150.000 Euro (Pumpensysteme) möglich.

Bitte beachten Sie noch folgenden Hinweis: Die geplanten Maßnahmen müssen in ihren Systemen vor Ort mindestens 25 % Endenergieeinsparung gegenüber dem jetzigen Ist-Zustand erzielen. Standort und Ist-Zustand der Systeme sind in dem Energieeinsparkonzept eindeutig zu beschreiben.

Geförderte Beratung

Ist die Beraterförderung durch das Programm „Energieberatung im Mittelstand“ des BAFA mit der Beraterförderung dieser Richtlinie kumulierbar?

Im Rahmen der Richtlinie besteht für die Optimierung technischer Systeme die Möglichkeit einer Förderung der für die Erstellung des Energieeinsparkonzepts in Anspruch genommenen Energieberatung. Voraussetzung für die Förderung der Beratungsleistungen ist, dass bislang keine Energieberatung im Rahmen des Programms „Energieberatung im Mittelstand“ durchgeführt wurde. Grundlage für das bei Förderung einer Optimierung technischer Systeme erforderliche Energieeinsparkonzept kann auch eine durch das Programm „Energieberatung im Mittelstand“ geförderte Beratung sein. Eine Kumulation der Förderung von Beratungsleistungen ist jedoch ausgeschlossen.

Wird der Zuschuss für die Beratung bereits vorher ausgezahlt (nach Erstellung des Energieeinsparkonzeptes) oder erst nach abschließender Prüfung des Verwendungsnachweises?

Der Förderbetrag wird erst nach positiver Prüfung des Verwendungsnachweises ausgezahlt.

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